Biathlon-Legende Johannes Thingnes Bö rechnet mit deutschem Team ab: „Sehr enttäuscht“
Bö rechnet mit deutschem Biathlon-Team ab: „Sehr enttäuscht“

Biathlon-Legende Johannes Thingnes Bö rechnet mit deutschem Team ab

Die bittere Wahrheit über das deutsche Biathlon-Team bei den aktuellen Winterspielen spricht nun eine der größten Legenden des Sports aus: Johannes Thingnes Bö, der norwegische Rekordweltmeister mit fünf Olympiasiegen und 23 Weltmeistertiteln, zeigt sich im Interview mit Sport1 deutlich enttäuscht von den Leistungen der deutschen Athleten.

„Ich bin sehr enttäuscht von den Deutschen“

„Ich bin sehr enttäuscht von den Deutschen“, sagt der 32-jährige Norweger ohne Umschweife. „Sowohl die Damen als auch die Herren waren nicht gut genug.“ Nach insgesamt neun ausgetragenen Rennen steht für die deutsche Mannschaft bislang lediglich eine einzige Medaille zu Buche: Bronze in der Mixed-Staffel. Für eine der traditionsreichsten und populärsten Biathlon-Nationen weltweit stellt diese Bilanz eine ernüchternde und zugleich bedenkliche Entwicklung dar.

Bö sieht die Gründe für das deutsche Abschneiden klar und deutlich: „Norwegen und Frankreich haben inzwischen einen großen Vorsprung auf die anderen Nationen.“ Dass es für das deutsche Team nur zu dieser einen Bronzemedaille gereicht hat, bezeichnet der mehrfache Olympiasieger als „traurig“. Gerade Deutschland spiele eine absolut zentrale und unverzichtbare Rolle für den gesamten Biathlon-Sport. „Es ist ein wichtiges Land für den Biathlon-Sport. Dort ist Biathlon am populärsten. Es ist wichtig für uns, Deutschland auf dem Podium zu haben“, betont Bö nachdrücklich.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Letzte Chance für Franziska Preuß

Trotz seiner unmissverständlichen und harten Kritik traut der norwegische Superstar ausgerechnet Franziska Preuß im letzten Rennen ihrer langjährigen und erfolgreichen Karriere noch einmal ganz Großes zu. „Ich glaube an eine Medaille für Franzi im Massenstart, das tue ich wirklich“, erklärt Bö mit Überzeugung. Sein persönlicher Rat für den finalen Showdown am Samstag um 14:15 Uhr lautet: „Ich würde Franzi einfach viel Glück wünschen und sagen: Entspann dich, hab Spaß.“

Für Franziska Preuß waren die bisherigen Wettkämpfe der Winterspiele ausgesprochen schmerzhaft verlaufen. In der Staffel lag sie zunächst in Führung, leistete sich dann jedoch eine kostspielige Strafrunde – die sichere Medaille war damit unwiederbringlich verloren. Auch im Einzelrennen und in der anspruchsvollen Verfolgung unterliefen ihr im entscheidenden und hochdramatischen Stehendschießen folgenschwere Fehler. Nach dem enttäuschenden Staffel-Rennen verließ die Athletin mit Tränen in den Augen die Arena, am Ende blieb nur der undankbare vierte Rang.

Gnadenloser Sport und klare Forderungen

Johannes Thingnes Bö weiß aus eigener, intensiver Erfahrung, wie gnadenlos und unberechenbar der Biathlon-Sport sein kann: „Das ist auch der Grund, warum wir Biathlon lieben. Aber wenn es am Ende nicht gut für dich ausgeht, dann ist es eine der schlimmsten Sportarten.“ Seine Forderung an die Verantwortlichen in Deutschland ist dabei eindeutig und unmissverständlich formuliert: „Sie müssen in Deutschland irgendeine Art von Veränderung vornehmen, um zurückzukommen, denn wir wissen, dass sie die Möglichkeiten dazu haben.“

Für das deutsche Biathlon-Team bleibt nun nur noch eine einzige letzte Chance auf einen versöhnlichen Abschluss dieser enttäuschenden Winterspiele: der abschließende und hochspannende Massenstart am kommenden Samstag.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration