Historisches Saisonende: Deutsche Biathleten erstmals ohne Weltcup-Sieg
Die deutsche Biathlon-Nationalmannschaft hat am Holmenkollen in Oslo ein historisches Saisonfinale erlebt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Weltcups beenden die deutschen Athleten eine komplette Wintersaison ohne einen einzigen Sieg. Das 58. und letzte Rennen des Winters brachte zwar erneut keinen Triumph, doch Philipp Nawrath lieferte eine herausragende Leistung, die Hoffnung für die Zukunft macht.
Nawrath so nah wie nie am Saisonsieg
Im Massenstart über 15 Kilometer zeigte Philipp Nawrath aus Nesselwang seine beste Leistung der gesamten Saison. Dank fehlerfreiem Schießen ging der 28-Jährige gemeinsam mit dem Norweger Johan-Olav Botn in die entscheidende Schlussrunde. Im dramatischen Zielsprint musste sich Nawrath jedoch knapp geschlagen geben und verpasste seinen zweiten Karrieresieg um nur 3,7 Sekunden.
„Es ist super. Ein geniales Gefühl, so aus der Saison zu gehen. Schöner kann man es sich nicht wünschen“, kommentierte Nawrath seine Leistung im ZDF-Interview. „Das war echt wohltuend. So perfekt durchzukommen, war genial.“ Der Athlet analysierte sein Rennen genau: „Ich habe zunächst noch einige Attacken mitgehen können. Auf dem letzten Stück war es sehr tief. Da tue ich mich sehr schwer, dass ich vom Fleck komme.“
DSV mit acht Podestplätzen in schwieriger Saison
Für Nawrath war es bereits der zweite zweite Platz in dieser Weltcup-Saison, nachdem er im Januar im Sprint von Oberhof ebenfalls die Silbermedaille gewonnen hatte. Insgesamt erreichte der Deutsche Skiverband (DSV) in der abgelaufenen Saison acht Podestplätze, blieb jedoch ohne den ersehnten Sieg.
Im Massenstart von Oslo sicherte sich der bereits als Gesamtweltcupsieger feststehende Franzose Eric Perrot mit zwei Strafrunden und einem Rückstand von 13,7 Sekunden den dritten Platz. Damit sicherte sich Perrot nach der Verfolgung und dem Einzel auch die Disziplinenwertung im Massenstart.
Deutsche Bilanz mit Licht und Schatten
Justus Strelow zeigte als 15. mit nur einer Strafrunde und einem Rückstand von 1:55,8 Minuten ein solides Rennen. Bei Philipp Horn passte zum Saisonabschluss auf Rang 21 wenig zusammen – der Athlet benötigte vier Strafrunden und lag 2:20,0 Minuten zurück.
Durch seinen starken letzten Wettkampf schob sich Nawrath als bester Deutscher im Gesamtweltcup noch unter die Top Ten. In der Nationenwertung belegten die deutschen Männer in der Endabrechnung Rang vier, allerdings mit deutlichem Abstand zu den führenden Nationen Norwegen, Frankreich und Schweden.
Ausblick auf die kommende Saison
Nun beginnt für Nawrath und seine Teamkollegen die lange Sommerpause. Nach einigen Wochen Urlaub startet bereits wieder die Vorbereitung auf den kommenden Winter. Die nächste Weltcup-Saison beginnt am 26. November 2026 im finnischen Kontiolahti. Höhepunkt der kommenden Saison werden die Weltmeisterschaften in Otepää, Estland, vom 10. bis 21. Februar 2027 sein.
Trotz der sieglosen Saison zeigt die Leistung von Philipp Nawrath im Massenstart von Oslo, dass das deutsche Biathlon-Team das Potenzial für Spitzenleistungen besitzt. Die enge Niederlage gegen den norwegischen Konkurrenten gibt Anlass zur Hoffnung, dass in der kommenden Saison wieder deutsche Triumphe möglich sein könnten.



