Deutscher Biathlon-Sportdirektor verurteilt zunehmende Hassnachrichten nach Olympia-Leistungen
Nach den durchwachsenen Leistungen des deutschen Biathlon-Teams bei den Olympischen Winterspielen in Antholz hat Sportdirektor Felix Bitterling die zunehmende Flut von Hassnachrichten in den sozialen Medien scharf kritisiert. Die Athletinnen und Athleten seien nach den enttäuschenden Ergebnissen massiven Anfeindungen ausgesetzt, die weit über sportliche Kritik hinausgehen.
„Total inakzeptabel und unter der Gürtellinie“
„Was nicht hilft und das nimmt leider zu, ist, dass bei dem kleinsten Misserfolg Hunderte von Hassnachrichten auf diese Mannschaft einprasseln“, erklärte Bitterling in einem Interview mit dem ZDF. Der Sportdirektor, der nach Saisonende zum Weltverband IBU wechselt, betonte: „Das ist total inakzeptabel, unter der Gürtellinie. Wir reden hier über Sport und man kann uns auch sportlich gerne kritisieren für das, was wir nicht gut machen, aber bitte auf einem gewissen Niveau.“
Bitterling machte deutlich, dass die negativen Kommentare in erster Linie die Athletinnen und Athleten sowie ihn selbst treffen. Die zunehmende Aggressivität in der Kommunikation belaste das gesamte Team zusätzlich zu den sportlichen Herausforderungen.
Olympia-Bilanz droht historisch schlecht auszufallen
Vor den abschließenden Massenstarts bei den Winterspielen in Antholz kann das deutsche Biathlon-Team bislang nur eine Bronzemedaille vorweisen, die zum Auftakt in der Mixed-Staffel errungen wurde. Sollte sich diese Bilanz nicht deutlich verbessern, droht dem Team das schlechteste olympische Abschneiden seiner Geschichte bei Winterspielen überhaupt.
Die sportliche Enttäuschung wird durch die massive Kritik in den sozialen Medien noch verstärkt. Bitterling forderte eine differenziertere Betrachtung der Leistungen und appellierte an die Vernunft der Fans und Kommentatoren.
Sportdirektor wechselt nach Saisonende zum Weltverband
Der aktuelle Sportdirektor Felix Bitterling wird nach Abschluss der laufenden Saison seine Position beim deutschen Biathlon-Verband verlassen und zum Internationalen Biathlon-Verband (IBU) wechseln. Seine deutlichen Worte zu den Hassnachrichten markieren somit auch eine Art Abschlussstatement zu seiner bisherigen Tätigkeit im deutschen Biathlon-Sport.
Die aktuelle Situation zeigt, wie sehr sich die Kommunikationskultur im Sport gewandelt hat. Während konstruktive Kritik zum Sport gehört, überschreiten viele Kommentare in sozialen Medien regelmäßig die Grenze des Angemessenen und belasten die psychische Gesundheit der Athletinnen und Athleten.



