Deutsche Hoffnung Cakmakli scheitert knapp an Olympia-Finale
Für die deutsche Ski-Freestylerin Sabrina Cakmakli endete die Olympia-Qualifikation in der Halfpipe von Livigno mit einer herben Enttäuschung. Die 31-Jährige verpasste bei ihren vierten Winterspielen den Einzug in das Finale der besten Zwölf um genau 3,25 Punkte. Damit platzte ihr Traum vom dritten olympischen Halfpipe-Endkampf nach den Finalteilnahmen 2018 und 2022.
Qualifikation mit gemischten Gefühlen
Obwohl Familie und Freunde im Zielraum mit einem motivierenden Plakat "Sabi, lass jucken!" für Unterstützung sorgten, gelangen Cakmakli in beiden Durchgängen nicht die gewünschten Höhen bei den Sprüngen. Auch die höchsten Schwierigkeitsgrade konnte sie nicht zeigen. Nach ihrem zweiten Lauf zeigte sie zunächst ein Lächeln, das jedoch schnell verflog, als die enttäuschende Wertung bekannt gegeben wurde.
"Man denkt immer, dass man weniger nervös wird, aber es ist das genaue Gegenteil", hatte Cakmakli vor den Spielen in Italien erklärt. Sie betonte damals: "Das Feuer ist da. Ich will alles aufsaugen und genießen - aber auch mein Bestes zeigen." Dieses Ziel konnte sie in der entscheidenden Qualifikation nicht ganz erreichen.
Olympische Bilanz der Deutschen
Die aktuelle Enttäuschung setzt sich in Cakmaklis olympischer Statistik fort:
- 2014 in Sotschi: Platz 14 in der Qualifikation
- 2018 in Pyeongchang: Starker achter Platz im Finale
- 2022 in Peking: Platz zwölf im Finale
- 2026 in Livigno: Erneutes Scheitern in der Qualifikation
Atkin dominiert, Gu muss zittern
Die Qualifikation wurde von der britischen Weltmeisterin Zoe Atkin dominiert, die mit 91,50 Punkten die Bestwertung erzielte. Spannung herrschte dagegen um Super-Star Eileen Gu. Die gebürtige US-Amerikanerin, die für China startet und 2022 in der Halfpipe sowie im Big Air Gold gewonnen hatte, stürzte in ihrem ersten Lauf schwer. Nach einem soliden zweiten Durchgang rief die zweimalige Silbermedaillengewinnerin dieser Spiele im Ziel erleichtert: "Warum mache ich es nur immer so spannend?!" Ihre 86,50 Punkte reichten für Platz fünf und damit klar für das Finale.
Schwerer Sturz überschattet Wettbewerb
Die Qualifikation wurde von einem dramatischen Zwischenfall überschattet. Die kanadische Olympiasiegerin von 2018 und Vizemeisterin von 2022, Cassie Sharpe, schlug in ihrem zweiten Lauf auf Rang drei liegend mit dem Kopf in die Eiswand ein. Sie blieb minutenlang regungslos liegen und musste schließlich mit stabilisiertem Kopf per Schlitten abtransportiert werden. Bevor sie die Bahn verließ, winkte sie jedoch mit beiden Händen ins Publikum, was zumindest auf ein Bewusstsein der Athletin hoffen lässt.
Das Finale der besten zwölf Halfpipe-Fahrerinnen findet am Samstag um 19:30 Uhr statt. Während Zoe Atkin als klare Favoritin gilt und Eileen Gu um weitere Medaillen kämpft, muss Sabrina Cakmakli als Zuschauerin zusehen und ihre Enttäuschung verarbeiten.



