DAV weist Vorwürfe zu Hygienestandards bei Skibergsteiger-Tests zurück
DAV weist Vorwürfe zu Skibergsteiger-Tests zurück

Deutscher Alpenverein wehrt sich gegen Vorwürfe von Athleten

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat schwere Vorwürfe zweier deutscher Skibergsteiger entschieden zurückgewiesen. Die Athleten, die nicht für die olympische Premiere ihrer Sportart bei den Winterspielen 2026 nominiert wurden, hatten in einem ARD-Bericht von mangelhaften Hygienestandards bei Blutabnahmen und fehlenden Sicherheitsmaßnahmen bei Leistungstests berichtet.

Konkrete Vorwürfe zu medizinischen Verfahren

Laut dem Fernsehbeitrag sollen bei Athleten bis zu 60-mal innerhalb weniger Stunden Blut zur Laktatwert-Bestimmung aus dem Ohrläppchen entnommen worden sein. Sophia Weßling beschrieb in dem Beitrag: "Irgendwann wurde dann die Wundkruste abgekratzt, damit man wieder an das Blut rankommt. Dann wurde wieder neu angestochen und neu angesetzt. Es war irgendwann einfach nur noch tierisch schmerzhaft."

Ihr Kollege Felix Gramelsberger sprach von einer "wahnsinnigen Blutpanscherei" und berichtete, an den Handschuhen der Helfer sei Blut anderer Athleten zu sehen gewesen. "Damit haben sie dann in die Einstichstellen gedrückt. Dadurch bestand einfach ein erhebliches Infektionsrisiko", so der Athlet. Auch minderjährige Sportler sollen von diesen Praktiken betroffen gewesen sein.

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Sicherheitsbedenken bei Belastungstests

Zudem kritisierten die Athleten fehlende Sicherheitsvorkehrungen bei Belastungstests auf dem Laufband. Eine Athletin sei dabei schwer auf den Kopf gestürzt. Als Sportler die Missstände angesprochen hätten, seien sie von höherer Stelle im Verband "immer wieder als hysterisch abgestempelt worden", erklärte Gramelsberger.

Stellungnahme des Deutschen Alpenvereins

Der DAV äußerte sich am Donnerstag in einer ausführlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen. Die konkret genannten Leistungstests seien "im Rahmen sportwissenschaftlicher Untersuchungen in Kooperation mit externen Partnern" erfolgt und "durch Fachpersonal durchgeführt" worden.

Der Verband betonte:

  • Kapillare Blutentnahmen am Ohrläppchen seien im Leistungssport ein übliches Verfahren zur Leistungsdiagnostik
  • Nach Rückmeldungen aus dem Athletenkreis wurden Abläufe überprüft und organisatorisch weiterentwickelt
  • Hinweise zu Konflikten im Trainingsumfeld seien unabhängig aufgearbeitet worden
  • Der Verband habe daraus Konsequenzen gezogen und Prozesse weiter verbessert

"Entscheidend ist, dass daraus Verbesserungen entstehen. Genau das ist erfolgt", stellte der DAV abschließend fest.

Herausforderungen durch olympische Aufnahme

Der Deutsche Alpenverein verwies zudem auf die besonderen Umstände durch die Aufnahme des Skibergsteigens ins Programm der Winterspiele 2026. Innerhalb kurzer Zeit habe man Strukturen entwickeln müssen, "die in anderen Sportarten über viele Jahre gewachsen sind". Der Verband betonte, Hinweise ernst zu nehmen, diese sorgfältig zu prüfen und Strukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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