Historisch schwache Saison: Deutsche Biathleten erstmals ohne Weltcup-Sieg
Deutsche Biathleten erstmals ohne Weltcup-Sieg

Historische Nullnummer: Deutsche Biathleten beenden Saison ohne Sieg

Die deutsche Biathlon-Saison 2025/26 geht als historisch schwache Periode in die Annalen ein. Erstmals seit dem gemeinsamen Weltcup-Auftritt von Männern und Frauen im Jahr 1987/1988 konnten die einst so erfolgsverwöhnten deutschen Athleten keinen einzigen Sieg erringen. Mit nur neun Podestplätzen in 69 Rennen und lediglich einer Olympia-Medaille markiert diese Saison ein deutliches Tief für den deutschen Skiverband.

Nawrath verpasst Sieg knapp – Norweger dominieren

Im allerletzten Weltcuprennen des Winters in Oslo fehlten Philipp Nawrath nur 3,7 Sekunden, um die historische Nullnummer doch noch zu verhindern. Der 33-jährige Nesselwanger traf alle 20 Scheiben, wurde aber auf den letzten Metern vom norwegischen Sieger Johan-Olav Botn geschlagen. „Das war eine Genugtuung. So perfekt am Schießstand durchzukommen, war genial und gibt mir ein gutes Gefühl“, sagte Nawrath nach seinem zweiten Platz im Massenstart. „Es ist genial, so in die Saisonpause zu starten.“

Die norwegischen und französischen Konkurrenten haben die deutsche Mannschaft mittlerweile klar abgehängt. Während Lou Jeanmonnot aus Frankreich souverän die große Kristallkugel gewann und an die Stelle der zurückgetretenen Franziska Preuß trat, kämpften die deutschen Athleten durchgehend mit späten Fehlern und mangelnder Konstanz.

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Olympia-Desaster und personelle Veränderungen

Bei den Olympischen Winterspielen in Italien erreichte die deutsche Auswahl mit nur einer Medaille in der Mixedstaffel ihr bislang schwächstes Ergebnis bei Winterspielen. Die große Lücke, die das Karriereende von Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß hinterlassen hat, konnte niemand füllen. Die 32-Jährige trat direkt nach Olympia zurück und besuchte als Zuschauerin das Finale in Oslo.

„Es ist voll okay, am Streckenrand zu stehen“, sagte Preuß im ZDF. „Ich habe daheim gemerkt, dass die Freude am Sport zurück ist, das habe ich diesen Winter echt verloren. Ich brauch' keine Startnummer mehr, ich kann jeden Tag einfach so sporteln.“

Sportdirektor Felix Bitterling räumte im ZDF Fehler ein: „Wir müssen uns ankreiden, dass wir es dieses Jahr nicht so hingekriegt haben, wie wir uns das vorgenommen hatten.“ Zu oft kosteten späte Schießfehler bessere Ergebnisse, wie bei Janina Hettich-Walz, die im Massenstart am Holmenkollen durch zwei Patzer im letzten Schießen vom Podestplatz verdrängt wurde.

Umstrukturierungen im Trainerteam

Ab 1. Mai übernimmt Bernd Eisenbichler als neuer Sportdirektor die Verantwortung beim Deutschen Skiverband. Der 50-Jährige kehrt nach einem Abstecher zu einem Sportartikelhersteller zurück und löst Bitterling ab, der zum Weltverband IBU wechselt. Eisenbichler muss entscheiden, ob er den von Bitterling eingeschlagenen Weg in der Trainerausbildung und Nachwuchsentwicklung fortsetzt oder komplett neue Wege beschreitet.

Nicht mehr dabei sein werden die Trainer Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland, die die Verantwortung für das Frauenteam abgeben. Mehringer erhält eine neue Aufgabe im Verband, während Röiseland in seine norwegische Heimat zurückkehrt. Wer die beiden ersetzt, ist bislang nicht bekannt.

Analyse in der Sommerpause gefordert

In der anstehenden Sommerpause werden die Verantwortlichen des Deutschen Skiverbands eine gründliche Analyse der Gründe für diese enttäuschende Saison durchführen müssen. Die historisch schwachen Ergebnisse zeigen deutlich, dass die deutsche Biathlon-Mannschaft den Anschluss an die internationale Spitze verloren hat und dringend neue Konzepte benötigt, um wieder konkurrenzfähig zu werden.

Die einst so dominierende deutsche Biathlon-Nation steht vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung. Ob die geplanten personellen Veränderungen und strategischen Anpassungen ausreichen, um wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen, wird sich in der kommenden Saison zeigen müssen.

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