Deutsche Eishockey-Auswahl trotz Niederlage gegen USA im Olympia-Viertelfinale
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat zum Abschluss der Vorrunde bei den Olympischen Winterspielen in Mailand eine erwartete Niederlage gegen die USA hinnehmen müssen. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis unterlag dem Mitfavoriten aus Nordamerika mit 1:5 (0:1, 0:2, 1:2). Doch diese Niederlage war für das weitere Turnierschicksal der Deutschen letztlich bedeutungslos.
Gruppen-Zweiter trotz klarer Niederlage
Bereits Mitte des ersten Drittels stand fest, dass Dänemark mit 4:2 gegen Lettland gewonnen hatte. Dieses Ergebnis sicherte Deutschland unabhängig vom eigenen Spielausgang den zweiten Platz in der Gruppe. Damit hat sich das DEB-Team für die Viertelfinal-Qualifikation qualifiziert, wo es am Dienstag auf Frankreich trifft.
Gegen die französische Mannschaft geht Deutschland als klarer Favorit in die Begegnung. Während die deutsche Auswahl mit sieben NHL-Profis aufwarten kann, verfügt Frankreich nur über einen einzigen Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga: Alexandre Texier von den Montreal Canadiens. Die Franzosen beendeten die Vorrunde nach einer 2:10-Niederlage gegen Kanada als Letzter ihrer Gruppe ohne Punkte und mit einem Torverhältnis von 5:20.
Tapferer Kampf gegen übermächtigen Gegner
Im Spiel gegen die USA zeigte die deutsche Mannschaft vor den Augen prominenter Zuschauer wie Tennis-Legende Boris Becker und TV-Moderator Johannes B. Kerner einen tapferen Kampf. Obwohl die Amerikaner doppelt so viele Torschüsse abgaben, hielt Torwart Maximilian Franzreb von den Adlern Mannheim lange Zeit hervorragend. Der 29-Jährige vertrat NHL-Keeper Philipp Grubauer von den Seattle Kraken, der eine angekündigte Erholungspause erhielt.
Franzreb klärte gleich viermal gegen frei vor ihm stehende amerikanische Angreifer, bis acht Sekunden vor Ende des ersten Drittels der entscheidende Treffer fiel. Zach Werenski von den Columbus Blue Jackets erzielte die Führung für die USA und versetzte der deutschen Mannschaft damit einen herben Rückschlag.
US-Überlegenheit setzt sich durch
Im zweiten Drittel baute die amerikanische Mannschaft ihre Führung weiter aus. Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs erhöhte in Überzahl auf 2:0 (24. Minute). Ein Fangfehler von Franzreb, sein erster Fehler im Spiel, führte zum 3:0 durch Brock Faber von den Minnesota Wild (38. Minute).
Im letzten Drittel sorgten Tage Thompson von den Buffalo Sabres (42. Minute) und erneut Auston Matthews (47. Minute) für den Endstand von 5:0. Das deutsche Ehrentor erzielte Tim Stützle in der 52. Minute – sein viertes Turniertor war jedoch nur noch kosmetischer Natur.
Aussichten auf das Viertelfinale
Trotz der deutlichen Niederlage blickt das deutsche Team optimistisch auf das kommende Spiel gegen Frankreich. Die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis hatte vor dem Spiel gegen die USA sogar kurz von der Sensation eines Sieges geträumt, der sie direkt ins Viertelfinale gebracht hätte. Doch dieser Traum platzte mit dem späten Treffer im ersten Drittel.
Nun konzentriert sich das Team voll auf die Begegnung mit Frankreich, bei der die sieben NHL-Profis der deutschen Auswahl den entscheidenden Vorteil bringen sollen. In der Gesamttabelle der Vorrunde steht nur Italien mit 4:19 Toren und ohne NHL-Spieler noch hinter den Franzosen.



