Fritz Dopfer: Ski-Löwe Linus Straßer kann bei Olympia ganz vorne mitmischen
Dopfer: Straßer kann bei Olympia ganz vorne mitmischen

Dopfer sieht Straßer trotz starker Konkurrenz im Olympia-Slalom vorne

Der ehemalige deutsche Slalom-Spezialist Fritz Dopfer zeigt sich im Interview mit der AZ überzeugt von den Medaillenchancen des Ski-Löwen Linus Straßer bei den Olympischen Winterspielen 2026. "Er kann ganz vorne mitmischen", betont Dopfer und verweist auf Straßers Erfahrung und Grundgeschwindigkeit.

Halbzeitbilanz der Winterspiele aus deutscher Sicht

Fritz Dopfer zieht eine positive Halbzeitbilanz der Olympischen Winterspiele. "Der Funke ist längst übergesprungen", erklärt er und lobt die spektakulären Bilder und die würdige Präsentation der Wettkämpfe. Besonders hebt er die Leistung von Federica Brignone hervor, die sich nach einem Unterschenkelbruch zurückkämpfte und Gold gewann. Aus deutscher Sicht überstrahlt Emma Aicher vieles, was das Fazit insgesamt positiv ausfallen lässt.

Analyse von Linus Straßers aktueller Form

Dopfer analysiert Straßers Auftritt im Kombinations-Slalom der vergangenen Woche: "Linus war bis zur zweiten Zwischenzeit Viertschnellster und macht dann einen kleinen Fehler". Dieses Muster ziehe sich etwas durch die Saison – phasenweise gehöre er zu den Schnellsten, dann komme ein kleiner Fehler hinzu. Die Dichte und das Niveau im Slalom seien unfassbar hoch, betont Dopfer, was die Unterschiede auf dem relativ einfachen Hang verringere.

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Herausforderungen im modernen Slalom

Der ehemalige Profi erläutert die Anforderungen an heutige Athleten: "Heute muss man sich unfassbar am Limit bewegen". Es brauche Instinkte, Intuition und Vertrauen in sich selbst. Straßers Grundgeschwindigkeit sei definitiv vorhanden, nun gehe es darum, die etwa 130 bis 140 Schwünge in zwei Durchgängen nahezu fehlerfrei zu gestalten und bei Fehlern schnell wieder in den Rhythmus zu finden.

Materialwechsel und Olympiavorbereitung

Der Wechsel der Ski-Firma vor der Olympia-Saison sorgte für Aufsehen. Dopfer glaubt, dass Straßer anfängliche Herausforderungen bei Set-up und Sicherheit mittlerweile überwunden hat. "In Adelboden war er unfassbar schnell, in Wengen auch, in Kitzbühel auf dem Podest", zählt Dopfer auf. Diese Leistungen seien Indizien dafür, dass er das neue Material nun beherrsche. Straßer wisse, dass er bei großen Anlässen abliefern könne, wie seine Erfolge in Kitzbühel, Schladming, Zagreb und Stockholm sowie seine Olympiamedaille bewiesen.

Unberechenbarkeit im Spitzenfeld

Angesichts der extremen Leistungsdichte im Slalom sei kaum ein Top-Favorit auszumachen. "Nahezu jeden der ersten 20 könnte man auf die 1 setzen", erklärt Dopfer. Diese Unberechenbarkeit mache es den Athleten schwer, konstant vorne zu sein, sei für Zuschauer aber spannend. Neben Straßer nennt Dopfer Atle Lie McGrath, Edi Hallberg und Tanguy Nef als weitere potenzielle Medaillenkandidaten.

Abschließend bleibt Dopfer optimistisch: "Linus’ Grundspeed ist auf jeden Fall da, und er weiß, wie man Rennen gewinnt". Mit der richtigen Mischung aus Risiko und Kontrolle könne der deutsche Ski-Löwe bei den Olympischen Winterspielen 2026 durchaus ganz vorne mitmischen.

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