Doppel-Sturz in Livigno: Deutsche Snowboarder drohen erneut olympische Medaillenleere
Doppel-Sturz: Deutsche Snowboarder ohne Medaille?

Doppel-Sturz in Livigno: Deutsche Snowboarder drohen erneut olympische Medaillenleere

Der Frust war bei Leon Ulbricht deutlich spürbar. "Ich hätte heute Abend schon gerne Party gemacht", gestand der 21-jährige Snowboardcrosser nach dem bitteren Ausscheiden im olympischen Viertelfinale in Livigno. Stattdessen musste der derzeit beste deutsche Athlet seiner Disziplin den Crash mit Teamkollege Martin Nörl verkraften, der alle Medaillenhoffnungen auf einen Schlag zunichte machte.

Hoffnungsvoller Start endet im Desaster

Ulbricht war mit großer Zuversicht nach Norditalien gereist. Mit zwei Weltcupsiegen im Gepäck galt er als ernsthafter Kandidat für olympisches Edelmetall. Im Platzierungslauf für das Achtelfinale setzte er als Drittbester ein deutliches Ausrufezeichen und schien bestens vorbereitet.

Doch im Viertelfinale kam es zur Katastrophe: Der zweimalige Gesamtweltcupsieger Martin Nörl wurde vom US-amerikanischen Konkurrenten Nick Baumgartner berührt und räumte dabei seinen Teamkollegen Ulbricht ab. Beide deutsche Hoffnungsträger schieden damit frühzeitig aus.

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Trainer zeigt Verständnis für Jury-Entscheidung

Während Nörl eine Überprüfung der Situation durch die Jury gewünscht hätte, zeigte Bundestrainer Bernard Loer Verständnis für die ausbleibende Kontrolle. "Ein richtiges Foul habe ich ehrlich gesagt nicht erkennen können", erklärte der erfahrene Trainer. Das Resultat bezeichnete er dennoch als bitter: "Ich war guter Dinge, die Jungs waren gut drauf und konnten gut mithalten."

Bleibt nur noch die Hoffnung auf Sensationen?

Für die deutschen Snowboarder bleiben nun nur noch wenige Medaillenchancen bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien:

  • Im Mixed-Wettbewerb am Sonntag (13.45 Uhr bei ZDF und Eurosport) gelten die deutschen Snowboardcrosser als klare Außenseiter
  • Annika Morgan und Noah Vicktor bräuchten im Slopestyle eine echte Sensation, um Edelmetall zu gewinnen
  • Ramona Hofmeister, die als Medaillenanwärterin im Parallel-Riesenslalom gestartet war, schied nach einem Sturz im Viertelfinale aus

Die Situation erinnert schmerzhaft an die Winterspiele 2022 in Peking, wo die deutschen Snowboarder ebenfalls ohne Medaille blieben. Nun droht sich dieses Szenario zu wiederholen.

Ungewisse Zukunft der Disziplin

Besonders bitter für die Athleten: Die olympische Zukunft ihrer Disziplin ist ungewiss. Nach wie vor steht nicht fest, ob Alpin-Snowboarden auch bei den Winterspielen 2030 zum Programm gehören wird. Diese Unsicherheit belastet die langfristige Planung der Sportler zusätzlich.

Für Leon Ulbricht und seine Teamkollegen bedeutet das aktuelle Olympia somit eine doppelte Enttäuschung - nicht nur das persönliche Scheitern im Wettkampf, sondern auch die Aussicht auf eine erneute medaillenlose Olympiade für die deutschen Snowboarder.

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