DSV-Alpindirektor zieht ernüchterndes Saisonfazit: 'Emma Aicher hat viel kaschiert'
Wolfgang Maier, der Alpindirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), hat zum Abschluss der Wintersport-Saison 2025/2026 ein ernüchterndes Resümee gezogen. In einem ausführlichen Interview sprach der Verbandsverantwortliche offen über die anhaltende Krise im deutschen Skisport, politische Versäumnisse und notwendige Veränderungen.
Kritik an vergangenen Erfolgen und politischen Fehlern
Maier äußerte sich besonders kritisch zur Rolle der ehemaligen Skirennläuferin Emma Aicher. 'Emma Aicher hat in den vergangenen Jahren viel kaschiert', erklärte der DSV-Direktor. Damit spielte er darauf an, dass einzelne Spitzenerfolge wie die von Aicher über strukturelle Probleme im deutschen Wintersport hinweggetäuscht hätten.
Der Verbandsverantwortliche machte zudem politische Fehler für die aktuelle Situation verantwortlich. 'Wir haben zu lange auf bewährte Strukturen gesetzt und notwendige Reformen verschleppt', so Maier. Die fehlende Anpassung an internationale Entwicklungen habe den deutschen Skisport zurückgeworfen.
Italien als Vorbild für den deutschen Aufbruch
Als positives Beispiel nannte Maier den italienischen Wintersport. 'Italien zeigt uns, wie ein systematischer Aufbruch gelingen kann', betonte der Alpindirektor. Die Nachbarn hätten durch konsequente Nachwuchsförderung und moderne Trainingskonzepte beeindruckende Erfolge erzielt.
Für den DSV sieht Maier darin wichtige Lehren:
- Frühzeitige Identifikation von Talenten
- Internationale Trainingskooperationen
- Moderne Infrastrukturinvestitionen
- Verstärkte Wissenschaftskooperation
Neue Wege für die Nachwuchsförderung
Der DSV-Alpindirektor kündigte grundlegende Veränderungen in der Nachwuchsarbeit an. 'Wir müssen komplett neue Wege gehen', forderte Maier. Dazu gehöre eine stärkere Fokussierung auf Breitensport-Initiativen und die Verbesserung der Trainingsbedingungen an den Stützpunkten.
Besonders betonte er die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen. 'Nur durch eine vernetzte Förderkette können wir langfristig wieder international konkurrenzfähig werden', erklärte der Verbandsverantwortliche.
Die kommenden Monate würden nun der konkreten Umsetzung dieser Pläne dienen. Maier zeigte sich trotz der kritischen Analyse zuversichtlich: 'Die Basis im deutschen Wintersport ist nach wie vor gut. Jetzt müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen und mutig neue Wege beschreiten.'



