Olympia-Star Eileen Gu kritisiert FIS: Zeitplan-Konflikt bei Winterspielen sorgt für Ärger
Die chinesische Freestyle-Skistar Eileen Gu (22) hat sich in den sozialen Medien mit deutlichen Worten über die Terminplanung bei den Olympischen Winterspielen beschwert. Die dreifache Starterin, die als einzige Freeskierin in allen drei Disziplinen – Slopestyle, Halfpipe und Big Air – antritt, fühlt sich durch den Zeitplan des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) benachteiligt.
Konflikt zwischen Big-Air-Finale und Halfpipe-Training
Das zentrale Problem: Das Big-Air-Finale am Montag um 19:30 Uhr überschneidet sich zeitlich mit der ersten von drei geplanten dreistündigen Halfpipe-Trainingseinheiten. Gu, die bei den aktuellen Spielen in Italien bereits Silber im Slopestyle gewann, verpasst dadurch einen kompletten Trainingstag in der Halfpipe.
In einem emotionalen Beitrag auf Instagram schrieb die Olympiasiegerin: „Ich werde einen ganzen Tag Pipe-Training verpassen. Ich habe um faire Optionen gebeten, wie die Teilnahme an einem Training mit den Snowboardern oder auch nur eine Stunde allein zum Trainieren, aber ohne Erfolg.“
Gu fühlt sich für ihren Mut bestraft
Die Skistar kritisierte die Organisatoren mit klaren Worten: „Der Mut, als einzige Frau an drei Wettbewerben teilzunehmen, sollte nicht bestraft werden – das Erreichen des Finales in einem Wettbewerb sollte mich in einem anderen nicht benachteiligen. Dies war ein völlig vermeidbares Problem, und ich bin traurig über die harte Haltung, die der FIS eingenommen hat.“
Gu betonte weiter: „Die Olympischen Spiele sind die Bühne, auf der Wunder wahr werden und das Unmögliche vor unseren Augen möglich wird. Sie inspirieren sowohl Athleten als auch Sportliebhaber dazu, große Träume zu haben und Grenzen zu überschreiten. Diese Entscheidung enttäuscht mich, da sie dem Geist der Spiele zu widersprechen scheint.“
FIS-Sprecher verteidigt Zeitplan
Der FIS hat drei Trainingseinheiten vor der Freeski-Qualifikation in der Halfpipe am 19. Februar (19:30 Uhr) angesetzt. FIS-Sprecher Bruno Sassi verteidigte die Planung: „Es wurden alle Anstrengungen unternommen, um den Athleten das bestmögliche Training zu ermöglichen. Aber wie wir bei diesen Spielen bereits gesehen haben, können Konflikte manchmal unvermeidlich sein, wenn Athleten sich entscheiden, in mehreren Disziplinen und/oder Veranstaltungen anzutreten.“
Ähnlicher Fall bei Ester Ledecka
Bereits zu Beginn der Spiele musste sich die tschechische Sportlerin Ester Ledecka (30) mit einem ähnlichen Problem auseinandersetzen. Sie stand vor der Entscheidung, ob sie ihren Snowboard-Titel verteidigt oder am Abfahrtsrennen in Cortina d’Ampezzo teilnehmen möchte – zwei Veranstaltungsorte, die etwa fünf Stunden voneinander entfernt liegen. Ledecka entschied sich für das Snowboarden, wo sie Fünfte wurde, und trat stattdessen im Super-G an, wo sie stürzte und nicht ins Ziel kam.
Gu will Olympia-Erfolg von Peking wiederholen
Eileen Gu, die in Amerika geboren wurde und seit 2019 für China startet, hatte sich 2022 bei den Olympischen Spielen in Peking zur Doppel-Olympiasiegerin im Big Air und Halfpipe gekrönt. Nach ihrem erneuten Silbermedaillengewinn im Slopestyle – wie bereits vor vier Jahren – will die Ausnahmesportlerin dieses Kunststück nun auch in Italien wiederholen.
Die aktuelle Kontroverse zeigt die Herausforderungen, vor denen Mehrfachstarter bei Großveranstaltungen stehen, und wirft Fragen zur Flexibilität von Veranstaltungsplanungen bei internationalen Sportwettbewerben auf.



