Nach Sonnekalb-Enttäuschung: Deutsche Eisschnellläufer blicken nach Olympia in die Zukunft
Eisschnelllauf: Deutsche Athleten setzen nach Olympia auf Zukunft

Deutsche Eisschnellläufer erleben enttäuschendes Olympia 2026

Die deutschen Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand erneut keine Medaille gewonnen. Damit setzt sich eine medaillenlose Serie fort, die nun bereits seit 16 Jahren andauert. Die größten Hoffnungen ruhten auf dem 18-jährigen Nachwuchstalent Finn Sonnekalb, der jedoch weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Sonnekalb verpasst als Hoffnungsträger die Medaillenränge

Finn Sonnekalb, Junioren-Weltrekordhalter über 1.500 Meter, landete auf einem enttäuschenden 13. Platz über diese Distanz. Bereits über 1.000 Meter hatte er nur den zwölften Rang erreicht. Die DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz äußerte im Vorfeld des Rennens, dass Sonnekalb unter optimalen Bedingungen durchaus in Medaillennähe hätte sein können. Allerdings beeinträchtigte ein Infekt zu Beginn der Spiele seine Leistungsfähigkeit erheblich.

Der Sieg über 1.500 Meter ging überraschend an den Chinesen Ning Zhongyan, der mit einer olympischen Rekordzeit von 1:41,98 Minuten triumphierte. Damit verdrängte er den US-amerikanischen Dominator Jordan Stolz, der sich mit dem zweiten Platz begnügen musste.

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Beste deutsche Ergebnisse bleiben im Mittelfeld

Die besten Einzelergebnisse für Deutschland erzielten Sophie Warmuth über 500 Meter und Maira Jasch über 5.000 Meter, die jeweils Achte wurden. Von den Medaillenrängen waren sie jedoch deutlich entfernt. Auch in der Teamverfolgung der Frauen scheiterte das deutsche Team bereits im Viertelfinale nach einem ungünstigen Start.

Nadine Seidenglanz blickt bereits auf die nächsten Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen. Sie hofft, dass das deutsche Team dann breiter im Medaillenkampf aufgestellt sein wird und nicht nur auf einen Einzelnen setzen muss. Das junge Team in Mailand habe wertvolle Erfahrungen für die Zukunft sammeln können.

Verbandsinterne Probleme sorgen für Wirbel

Parallel zu den sportlichen Enttäuschungen sorgte ein Bericht der „Sportschau“ über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) für Aufsehen. Das belastete Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze wurde thematisiert. Die DESG-Führung kündigte an, sich erst nach den Spielen in einer Pressekonferenz ausführlich zu den Vorwürfen zu äußern.

Seidenglanz betonte, dass man versucht habe, das Thema von den Athleten fernzuhalten, um den Fokus auf den Sport zu lenken. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zeigte sich nach der Berichterstattung sensibilisiert und erwartet von seinen Mitgliedsverbänden die Einhaltung rechtlicher Vorgaben und guter Verbandsführung.

Politische Instanzen prüfen die Vorgänge

Das Bundesinnenministerium, das Bundeskanzleramt und das Bundesverwaltungsamt begleiten die DESG bereits seit längerer Zeit intensiv. Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) bestätigte diese Überwachung. Dies unterstreicht die politische Dimension der internen Probleme innerhalb des Verbandes.

Insgesamt hinterlassen die Olympischen Winterspiele 2026 für die deutschen Eisschnellläufer ein gemischtes Bild: sportliche Rückschläge, aber auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit einem erfahreneren Team. Die Aufarbeitung der Verbandskrise wird in den kommenden Monaten im Mittelpunkt stehen.

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