Für fünf deutsche Biathleten enden Olympische Spiele vorzeitig
In Antholz stehen am Freitag und Samstag die beiden finalen Biathlon-Rennen dieser Olympischen Spiele an: der Massenstart. Allerdings sind nur sechs deutsche Athleten dabei – für fünf weitere Mitglieder des deutschen Teams ist Olympia dagegen bereits vorbei. Die Enttäuschung ist groß, besonders bei denen, die auf einen Start gehofft hatten.
Qualifikationsregeln entscheiden über Startberechtigung
Anders als bei anderen Wettbewerben entscheidet beim Massenstart nicht der Bundestrainer über die Nominierung. Stattdessen nominiert nicht der Deutsche Skiverband (DSV), sondern ausschließlich die sportlichen Ergebnisse. Startberechtigt sind automatisch die 15 Besten der aktuellen Gesamtweltcup-Wertung sowie zusätzliche Athleten, die sich über Medaillengewinne oder besonders starke Olympia-Resultate qualifizieren konnten.
Männer: Nawrath, Horn und Zobel starten – Strelow und Fratzscher draußen
Bei den Männern gehen Philipp Nawrath, Philipp Horn und David Zobel am Freitag um 14:15 Uhr ins Rennen. Nawrath war als Zwölfter im Gesamtweltcup automatisch qualifiziert. Horn überzeugte mit Platz 10 im Sprint und Rang 11 in der Verfolgung. Zobel sammelte mit Platz 21 im Einzel und 19 im Sprint genug Punkte für das begehrte Ticket.
Nicht dabei sind dagegen Justus Strelow und Lucas Fratzscher. Vor allem Strelow lag lange auf Kurs für den Massenstart. Zu viele Fehler am Schießstand in der Verfolgung kosteten ihn allerdings den Startplatz. Immerhin kann Strelow mit Edelmetall nach Hause fahren: Er hatte gleich zu Olympia-Beginn mit der Mixed-Staffel Bronze gewonnen. Fratzscher durfte dagegen nur im Einzel antreten und belegte dort den 23. Rang.
Frauen: Olympia für drei Athletinnen bereits beendet
Bei den Frauen ist Olympia sogar für drei Athletinnen vorbei. Selina Grotian, Julia Tannheimer und Anna Weidel verpassen allesamt den Massenstart am Samstag. Vor allem das Biathlon-Juwel Grotian zog ein ernüchterndes Fazit ihrer ersten Olympischen Spiele. In einem offenen Instagram-Post schrieb sie: „Meine ersten Olympischen Spiele sind vorbei – und ehrlich gesagt waren sie sowohl sportlich als auch persönlich enttäuschend für mich.“
Mit den Plätzen 55 im Einzel, 52 im Sprint und 41 in der Verfolgung blieb sie deutlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Tannheimer hatte in der Frauen-Staffel als Startläuferin aufhorchen lassen, doch zu einem Einsatz in einem Einzelrennen reichte es nicht. Weidel kam gar nicht zum Einsatz.
Letzte Chance für versöhnlichen Abschluss
Nach bisher nur einer Bronze-Medaille in der Mixed-Staffel und zwei schmerzhaften vierten Plätzen steht das deutsche Biathlon-Team unter Druck. Der Massenstart ist die letzte Möglichkeit, diese Olympischen Spiele mit einem versöhnlichen Abschluss zu krönen. Die verbleibenden sechs deutschen Starter tragen damit besondere Verantwortung für den Abschluss der Biathlon-Wettkämpfe in Antholz.



