Deutsches Paarlauf-Duo glänzt bei Olympia-Debüt
Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin haben bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt bei Olympischen Winterspielen einen beeindruckenden Eindruck hinterlassen. Das deutsche Paar zeigte im Kurzprogramm des Eiskunstlauf-Wettbewerbs in Mailand eine Weltklasse-Leistung und führt vor der entscheidenden Kür am Montagabend mit deutlichem Vorsprung.
Persönliche Bestleistung und souveräne Führung
Die Vize-Weltmeister von 2025 erreichten mit ihrem speziell für die Olympischen Spiele einstudierten Tango-Programm eine persönliche Bestleistung von 80,01 Punkten. Damit liegen sie deutlich vor der Konkurrenz und haben beste Chancen auf die Goldmedaille. Die Erleichterung war den Athleten nach ihrem fehlerfreien Auftritt deutlich anzusehen – Hase warf Handküsse ins Publikum, während Volodin erleichtert winkte.
Die aktuelle Rangliste nach dem Kurzprogramm zeigt folgende Platzierungen:
- Minerva-Fabienne Hase/Nikita Volodin (Deutschland) – 80,01 Punkte
- Anastassia Metelkina/Luka Berulawa (Georgien) – 75,46 Punkte
- Lia Pereira/Trennt Michaud (Kanada) – 74,60 Punkte
Überraschungen und Enttäuschungen im Teilnehmerfeld
Die japanischen Weltmeister Riku Miura und Ryuichi Kihara, die im Teamwettbewerb noch herausragend performt hatten, mussten sich mit Platz fünf begnügen. Noch enttäuschender verlief der Abend für die chinesischen Olympiasieger von Peking, Sui Wenjing und Han Cong, die nur den sechsten Rang belegen. Die italienischen Hoffnungsträger Sara Conti und Niccolò Macii enttäuschten vor heimischem Publikum mit Platz acht.
Besonders überraschend: Die kanadischen Weltmeister von 2024, Deanna Stellato-Dudek und Maxime Deschamps, liegen nach einem schwachen Kurzprogramm mit nur 66,04 Punkten auf dem 14. Platz und haben damit ihre Medaillenchancen praktisch verspielt.
Deutsches Team mit gemischten Gefühlen
Während Hase und Volodin triumphierten, hatte das zweite deutsche Paar mit Enttäuschung zu kämpfen. Annika Hocke und Robert Kunkel aus Berlin präsentierten zwar ein fehlerfreies Kurzprogramm zur Musik von Lady Gaga, wurden von der Jury jedoch überraschend hart bewertet. Mit 67,52 Punkten blieben sie knapp unter ihrer Saisonbestleistung und belegen nur Rang elf.
„Wir haben in den letzten Tagen bereits einige zu hinterfragende Entscheidungen gesehen. Dem müssen wir uns leider anschließen“, kommentierte Kunkel frustriert. „Es ist eben ein sehr subjektiver Sport.“ Seine Partnerin Annika Hocke versuchte, positiv zu bleiben: „Wir schauen auf das Positive. Wir haben gezeigt, was wir zeigen konnten.“
Perfekte Vorbereitung zahlt sich aus
Hase und Volodin hatten sich intensiv auf ihren Olympia-Auftritt vorbereitet. In einem fünftägigen Trainingslager in der Schweiz arbeiteten die Europameister von 2025 am letzten Feinschliff ihrer Programme. Am Samstag waren sie nach Mailand zurückgekehrt und starteten am Sonntagabend als letztes der 19 gemeldeten Paare.
Die Erwartungen an das Top-Duo der Deutschen Eislauf-Union waren entsprechend hoch. „Wir gehen mit der Einstellung an den Start, dass wir saubere Programme laufen wollen. Dann entscheiden die Preisrichter“, hatte Hase vor dem Wettbewerb erklärt. Diese Strategie ging voll auf: Vom Dreifach-Salchow als Einzelsprung bis zum Wurf-Rittberger meisterten sie alle Elemente perfekt, unterstützt von einer ausdrucksstarken Mimik und Gestik, die das Publikum in der Milano Ice Skating Arena mit großem Applaus honorierte.
Die Entscheidung über die Medaillen fällt am Montagabend ab 20:00 Uhr in der Kür, die live in der ARD und bei Eurosport übertragen wird. Hase und Volodin gehen mit einem komfortablen Vorsprung von fast fünf Punkten in den finalen Wettkampftag und haben damit beste Chancen auf Olympia-Gold.



