Biathlet Philipp Horn verpasst Olympia-Bronze knapp - Drama im Massenstart
Horn verpasst Olympia-Bronze - Drama im Massenstart

Biathlet Philipp Horn verfehlt Olympia-Medaille knapp

Im olympischen Massenstart von Antholz erlebte der deutsche Biathlet Philipp Horn eine herbe Enttäuschung. Der 31-Jährige lag nach dem letzten Schießen auf dem dritten Platz und schien die ersehnte Medaille sicher zu haben, doch in der Schlussrunde wurde er noch vom französischen Konkurrenten Quentin Fillon Maillet überholt. Am Ende fehlten Horn nur 9,9 Sekunden zum ersehnten Bronzerang.

Emotionale Szene im Zielbereich

Nach dem Rennen suchte der enttäuschte Horn Trost bei seiner Ehefrau Antonia, die im Zielbereich auf der Tribüne stand und weinte. Beide fielen sich in die Arme und suchten angesichts der dramatischen Wendung gegenseitigen Halt. Horn, der mit seiner starken Leistung bis zum letzten Schießen überzeugt hatte, sackte nach 12,5 Kilometern enttäuscht im Ziel zusammen.

„Ich habe um mein Leben gekämpft“

„Normalerweise ist so eine letzte Runde meine absolute Stärke, aber ich war heute einfach nicht stark genug“, analysierte der Thüringer nach dem Rennen. Über den französischen Überholmanöver sagte er: „Es war beeindruckend, wie er mich überholt hat. Es sah unfassbar leicht aus und ich habe um mein Leben gekämpft.“ Horn beschrieb seine körperliche Verfassung in den entscheidenden Momenten: „Mir sind einfach nur Arme, Beine und alles zugegangen, alles ist verkrampft gewesen.“

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Norwegische Dominanz und deutsche Enttäuschung

Das Rennen gewann der Norweger Johannes Dale-Skjevdal vor seinem Landsmann Sturla Holm Laegreid, während Fillon Maillet Bronze sicherte. Damit setzte sich die erdrückende Dominanz der Norweger und Franzosen in den Einzelrennen fort. Für die deutschen Biathleten bedeutet das Ergebnis eine weitere Enttäuschung: Zum zweiten Mal nacheinander bleiben sie bei Olympischen Spielen ohne Medaille in einem Männer-Wettbewerb.

Historisch schwache Bilanz droht

Vor dem abschließenden Massenstart der Frauen hat das deutsche Biathlon-Team insgesamt nur eine Medaille gewonnen – Bronze in der Mixed-Staffel. Sollte es bei dieser Bilanz bleiben, würde dies das schwächste deutsche Abschneiden bei Olympia seit 1992 bedeuten. Damals traten Frauen und Männer erstmals gemeinsam bei Winterspielen an, und seither hatte es immer mindestens zwei Podestplätze für deutsche Athleten gegeben.

Deutsche Teamkollegen ohne Chance

Während Horn um die Medaille kämpfte, hatten seine Teamkollegen Philipp Nawrath und David Zobel keine Chance auf eine absolute Topplatzierung. Nawrath wurde nach fünf Strafrunden Siebter, Zobel landete nach sieben Fehlern auf Rang 23. Italiens Mitfavorit Tomaso Giacomel musste das Rennen sogar angeschlagen aufgeben.

Psychologische Vorbereitung ohne Erfolg

Das deutsche Team hatte sich für das Rennen eine besondere psychologische Vorbereitung ausgedacht. „Wir haben einen Zettel ausgeteilt, jeder hat aufgeschrieben, wie er sich gefühlt hat am geilsten Renntag der Saison bisher“, erzählte Horn. „Heute Morgen haben wir alle die Zettel nochmal gelesen, um wieder in diesen Zustand zu kommen.“ Die Methode zeigte zwar Wirkung – Horn freute sich auf das Rennen –, konnte aber den knappen Medaillenverlust nicht verhindern.

Perspektive für die Zukunft

Die bislang letzte deutsche Medaille in einem Biathlon-Individualwettbewerb hatte Simon Schempp 2018 mit Silber im Massenstart gewonnen. Bei den Spielen in Südkorea gab es durch Arnd Peiffer im Sprint auch das bislang letzte Männer-Gold für den Deutschen Skiverband. Horn muss nun den knappen Verlust einer Olympia-Medaille erst einmal verdauen, während das deutsche Biathlon-Team vor einer historisch schwachen Bilanz steht.

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