Tränenreicher Abschied: Katharina Schmids Olympia-Karriere endet bitter
Die deutsche Skisprung-Ikone Katharina Schmid hat ihren Abschied von der olympischen Bühne unter Tränen vollzogen. Die 29-jährige Athletin aus Oberstdorf, die das deutsche Frauen-Skispringen über ein Jahrzehnt geprägt hat wie keine andere, verließ die Winterspiele in Predazzo mit einer herben sportlichen Niederlage.
Emotionale Momente nach dem frühen Aus
„Das tut sehr, sehr weh“, sagte Schmid mit brüchiger Stimme, nachdem sie auf der Großschanze bereits nach dem ersten Durchgang ausgeschieden war. Die Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft bei der Eröffnungsfeier hatte ihre Fingernägel in den Nationalfarben schwarz-rot-gold lackiert, konnte aber das frühe Ende nicht verhindern. „Ich bin von Anfang an nicht klargekommen“, resümierte die Oberstdorferin, die immer wieder in den Dialekt ihrer Allgäuer Heimat verfiel.
Der Trost ihrer Familie und Freunde war ihr in diesen schweren Momenten besonders wichtig. „Ich bin froh, dass meine ganze Familie und meine Freunde da sind. Ich glaube, die brauche ich heute“, erklärte die emotional aufgewühlte Springerin.
Bittere Enttäuschung für das deutsche Team
Schmid war die Traurigste im Quartett der deutschen Springerinnen, das Italien ohne Medaille verlassen musste. Bundestrainer Heinz Kuttin zeigte sich enttäuscht: „Wir sind bitter enttäuscht. Das ist ganz klar.“ Dabei hatten Selina Freitag, Agnes Reisch und Schmid in dieser Saison bereits Podestplätze im Weltcup erreicht. Ausgerechnet beim großen Winter-Höhepunkt wollte es nicht klappen.
Der Traum vom olympischen Einzelgold, das Schmid als Silbermedaillengewinnerin von 2018 und 2022 noch fehlte, blieb im Val di Fiemme unerfüllt. Die siebenfache Weltmeisterin wird die Premiere der Vierschanzentournee für Frauen nun als Zuschauerin verfolgen.
Zukunft abseits der großen Bühne
Nach einigen verbleibenden Weltcup-Stationen und dem abschließenden Skifliegen im slowenischen Planica Ende März beendet Schmid ihre aktive Karriere. Sie will sich zunächst stärker ihrem Privatleben widmen und die gewonnene Freizeit genießen. „Nach heute bin ich einfach froh, daheim zu sein und einfach mal Pause zu haben“, erklärte die Athletin.
Dem Skispringen könnte Schmid jedoch in neuer Rolle erhalten bleiben. Horst Hüttel, Sportdirektor beim Deutschen Skiverband (DSV), bestätigte Gespräche mit dem Skiclub Oberstdorf: „Es gibt Gespräche zwischen ihr und dem Skiclub in Oberstdorf. Sie möchte jetzt nicht gleich wieder durch die Welt reisen.“
Potenzial für eine Trainerinnen-Karriere
Hüttel sieht in der erfahrenen Springerin großes Potenzial für eine Zukunft im Trainerbereich. „Sie würde als Typ, als Mensch, als Persönlichkeit sehr viel mitbringen, um eine tolle Trainerin zu werden“, betonte der 57-Jährige. Im von Männern dominierten Trainer-Geschäft wünscht er sich schon länger mehr weibliche Verstärkung: „Da würden wir ihr alle Türen aufmachen.“
Für Schmid könnte dies bedeuten, sich künftig der Arbeit mit dem Skisprungnachwuchs zu widmen und kurze Wege zwischen Beruf und Heimat zu genießen. „Ich hoffe sehr, dass das zustande kommt“, unterstrich Hüttel die Bedeutung einer möglichen Zusammenarbeit.
Das Kapitel Olympische Spiele hat Katharina Schmid nun endgültig geschlossen. Während ihre aktive Karriere im Skispringen zu Ende geht, könnte eine neue Rolle im Hintergrund beginnen – und dem deutschen Skisport eine erfahrene Persönlichkeit erhalten bleiben.



