Historischer Triumph: Klæbo krönt sich zum erfolgreichsten Wintersportler aller Zeiten
Im italienischen Tesero schrieb Johannes Høsflot Klæbo am 15. Februar 2026 Langlauf-Geschichte. Der 29-jährige Norweger gewann mit der Staffel über 4 x 7,5 Kilometer sein viertes Gold bei den aktuellen Winterspielen und feierte damit seinen insgesamt neunten Olympiasieg. Damit überholt er seine Landsleute Marit Björgen, Ole Einar Björndalen und Björn Dählie, die jeweils acht Goldmedaillen errangen, und steht nun als alleiniger Rekordhalter da.
Emotionale Feier hinter der Ziellinie
Lachend fiel Klæbo seinen begeisterten Teamkollegen in die Arme, als er mit wehender norwegischer Fahne im Ziel empfangen wurde. Gemeinsam mit Emil Iversen, Martin Löwström Nyenget und Einar Hedegart hatte er bei strahlendem Sonnenschein und vor prächtiger Kulisse einen souveränen Sieg errungen. Auf der Tribüne feierten norwegische Fans mit aufwendiger Gesichtsbemalung und Trompete ein großes Langlauf-Fest, während Kronprinz Haakon persönlich gratulierte.
Bei der Siegerehrung jubelten die Zuschauer besonders laut für den neuen Rekordhalter, der die norwegische Hymne euphorisch mitsang. "Jetzt kann ich es richtig genießen", wurde Klæbo vom norwegischen Sender NRK zitiert und sprach von einem "großartigen Titel". Auch der frühere Rekordhalter Björndalen gratulierte: "Endlich ganz oben mit neun olympischen Goldmedaillen. Aber die Olympischen Spiele sind noch nicht vorbei. Ich bin überzeugt, dass du noch weitere Goldmedaillen gewinnen kannst."
Deutsches Team zollt Respekt für historische Leistung
Die deutsche Staffel um Florian Notz belegte erwartungsgemäß Rang acht und hatte mit dem Kampf um Edelmetall nichts zu tun. Dennoch zeigten sich die Athleten beeindruckt von Klæbos Leistung. "Es tröstet mich jetzt nicht, aber es ist natürlich irgendwo cool, dass man das miterleben darf", sagte Notz zu dem historischen Triumph. Teamkollege Jan Stölben ergänzte: "Man muss ihm wirklich Respekt zollen."
Der deutsche Teamchef Peter Schlickenrieder, selbst Olympia-Silbermedaillengewinner von 2002, zeigte sich begeistert von Klæbos Akribie und Hingabe: "Er steht auf dem Ski wie kein anderer. Er ist ein planerischer, strukturierter Künstler auf Skiern." Klæbo gilt als Meister des Höhentrainings und arbeitet oft wochenlang ohne seine Teamkollegen in speziellen Trainingslagern, wobei sein Opa eine besondere Rolle als Betreuer und Berater einnimmt.
Großer Druck und abgewiesener Protest
Für Klæbo war es bei diesen Winterspielen bereits das vierte Gold in vier Wettkämpfen. Vor dem Staffelerfolg gab er Einblicke in die Gefühlswelt eines Topfavoriten: "In Norwegen ist die Staffel sehr wichtig, und bei den letzten Olympischen Spielen in Peking waren wir nicht erfolgreich", erklärte er. Norwegen war damals Zweiter hinter dem russischen Quartett geworden. "Der Druck ist groß", sagte Klæbo, doch er und seine Teamkollegen hielten souverän stand.
Bereits nach Klæbos Sieg im Sprint hatte es einen Protest des finnischen Teams gegeben, der sich auf den Einsatz eines Geräts zum Wachsen der Skier im Servicebereich durch das norwegische Team bezog. Der Protest wurde jedoch abgewiesen, sodass Klæbo sein Gold behält. Mannschaftskamerad Oskar Opstad Vike hatte nach dem Sprint gesagt: "Er ist der beste Skifahrer aller Zeiten."
Bei den Winterspielen 2026 siegte Klæbo neben der Staffel auch im Skiathlon und im Einzel über zehn Kilometer. 2018 in Südkorea hatte er drei Olympiasiege errungen, vier Jahre später in China zwei. Der 15. Februar 2026 wird als Tag, an dem er den alleinigen Rekord eroberte, in besonderer Erinnerung bleiben.



