Sechstes Olympia-Gold in Val di Fiemme: Johannes Kläbo vollendet seine Mission
Norwegens Skilanglaufstar Johannes Hösflot Kläbo hat seine Gold-Mission bei den Olympischen Winterspielen in Val di Fiemme makellos abgeschlossen. Der 29-Jährige triumphierte am vorletzten Wettkampftag im klassischen Rennen über 50 Kilometer und sicherte sich damit seinen sechsten Olympiasieg. Damit verlässt er Norditalien als unbestrittener König der Spiele und stellt einen neuen Rekord auf.
Norwegischer Dreifachsieg im Marathon
In einem äußerst schnellen Ausscheidungsrennen setzte sich Kläbo nach 2:07:07 Stunden vor seinen Landsleuten Martin Löwström Nyenget (+17,5 Sekunden) und Emil Iversen (+46,2 Sekunden) durch. Die norwegische Dominanz war überwältigend, während der deutsche Athlet Florian Notz mit einem starken zehnten Platz (+6:06,9 Minuten) als bester Deutscher glänzen konnte.
Bei perfekten Bedingungen am Samstagmittag in Lago di Tesero schrieb Kläbo erneut Sportgeschichte. Er übertraf die bisherige Bestmarke des legendären US-Eisschnellläufers Eric Heiden, der 1980 in Lake Placid als einziger Wintersportler fünf Goldmedaillen in einem Jahr gewonnen hatte.
Historische Leistung übertrifft Legenden
Kläbo hat nun insgesamt elf olympische Goldmedaillen errungen und damit die Karrierebestmarke seiner norwegischen Landsleute Björn Dählie, Marit Björgen und Ole Einar Björndalen (jeweils acht Goldmedaillen) deutlich übertroffen. In der gesamten Olympia-Geschichte ist nur die Schwimm-Ikone Michael Phelps mit 23 Goldmedaillen erfolgreicher.
Mehr als sechsmal Gold in einem Jahr haben bisher nur bei entsprechend mehr Wettkampfmöglichkeiten die US-Schwimmer Michael Phelps (acht Goldmedaillen 2008) und Mark Spitz (sieben Goldmedaillen 1972) geschafft. Ebenfalls sechs Goldmedaillen holten die DDR-Schwimmerin Kristin Otto (1988) und der Turner Witali Scherbo (1992).
Strategisches Rennen mit kluger Taktik
Das Rennen entwickelte sich von Beginn an dramatisch. Kläbos Landsmann Nyenget versuchte bereits auf dem ersten Kilometer eine Attacke nach dem Vorbild von Johan Olsson, der bei der WM 2013 an gleicher Stelle den Klassik-Marathon gewonnen hatte. Doch Nyengets Vorstoß wurde schnell neutralisiert.
Nach 15 Kilometern gaben zwei Favoriten nahezu gleichzeitig auf: Der angeschlagene Finne Iivo Niskanen, Olympiasieger von 2018, und der frühe Weltcup-Gesamtsieger Harald Östberg Amundsen stiegen völlig entkräftet aus dem Rennen aus.
Kläbo bewies einmal mehr seine taktische Brillanz. Er hielt sich in der Führungsarbeit bewusst zurück, vertraute auf seine überragenden Sprinterqualitäten und zog im entscheidenden Zweikampf mit Nyenget am letzten Anstieg seine ganz große Show ab.
Beeindruckende Serie bei Großereignissen
Seit seinem Silber im 50-km-Rennen bei der WM 2023 in Planica hat Kläbo alle zwölf Rennen bei großen Meisterschaften in Serie gewonnen. Noch beeindruckender ist seine Gesamtbilanz: Seit seinem vierten Platz über 15 Kilometer in Planica hat er in sämtlichen 15 Rennen Medaillen geholt – 14-mal Gold und einmal Silber.
Diese konstante Höchstleistung macht Johannes Hösflot Kläbo nicht nur zum erfolgreichsten Skilangläufer der Olympia-Geschichte, sondern auch zu einer lebenden Legende des Wintersports. Seine Mission in Val di Fiemme ist mehr als erfüllt – sie ist zu einem Meilenstein der Sportgeschichte geworden.



