Lena Dürr startet gelassen in ihre dritten Olympischen Spiele
Für die deutsche Slalom-Spezialistin Lena Dürr bleibt eine olympische Einzelmedaille bisher ein unerfüllter Traum. Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina bietet sich der 34-Jährigen nun die nächste Chance, diesen Traum zu verwirklichen. Anders als viele vermuten würden, empfindet Dürr ihren dramatischen Absturz von Platz eins auf Platz vier im Olympia-Slalom vor vier Jahren keineswegs als traumatisches Erlebnis.
Peking 2022: Der beste Tag ihrer Karriere
"Ich habe den Tag als richtig coolen Tag in Erinnerung, das war sportlich gesehen wohl der beste Tag meiner Karriere", sagte Dürr im Vorfeld ihrer dritten Olympiateilnahme. Die Tatsache, mit der Startnummer eins in ein olympisches Rennen gehen zu dürfen, überwiegt für sie deutlich die Enttäuschung über das knappe Ergebnis. In Peking hatten ihr nach Bestzeit im ersten Lauf letztlich nur 0,07 Sekunden auf Bronze und lediglich 0,19 Sekunden auf Gold gefehlt.
"Klar, am Ende waren die Hundertstel nicht auf meiner Seite", resümierte die Athletin mit einer bemerkenswerten Gelassenheit. Diese positive Grundhaltung könnte sich nun bei den Spielen in Cortina als entscheidender Vorteil erweisen.
Doppelter Einsatz in Cortina
Am Sonntag startet Lena Dürr zunächst im Riesenslalom, bevor am Mittwoch ihre eigentliche Spezialdisziplin, der Slalom, auf dem Programm steht. Andreas Ertl, Sportlicher Leiter Ski alpin beim Deutschen Skiverband (DSV), zeigt sich optimistisch: "Im Riesenslalom haben wir nicht die Topfavoritinnen, aber vielleicht können wir sie ärgern. Im Slalom sehe ich uns in Angreiferposition."
Ertl betonte zudem, dass die bisherigen Erfolge des deutschen Teams den Druck aus dem System genommen hätten. Das Abfahrts-Silber von Emma Aicher und der zweite Platz in der Team-Kombination von Aicher und Kira Weidle-Winkelmann hätten eine positive Grundstimmung geschaffen.
Vorbildfunktion für den Nachwuchs
Besonders hervor hob Ertl die Leistung von Emma Aicher, die in allen vier Disziplinen antritt: "Das ist einzigartig und wirkt auch auf den Nachwuchs." Die Gelassenheit und Ruhe, die Aicher ausstrahle, sei beispielhaft für das gesamte Team. Diese mentale Stärke könnte gerade in den technischen Disziplinen wie Slalom und Riesenslalom den entscheidenden Unterschied machen.
Für Lena Dürr bedeutet die Teilnahme in Cortina nicht nur eine weitere Chance auf die ersehnte Einzelmedaille, sondern auch die Möglichkeit, ihre positive Einstellung zum Sport unter Beweis zu stellen. Ihr Umgang mit der Enttäuschung von Peking zeigt eine Reife, die vielen Athleten in ähnlichen Situationen fehlt.
Die deutsche Ski-Alpin-Mannschaft startet mit einem gesunden Mix aus Erfahrung und jungem Talent in die entscheidenden Wettkampftage. Während die etablierten Athletinnen wie Dürr ihre letzten großen internationalen Chancen nutzen wollen, bringen junge Talente wie Aicher frischen Wind und unbeschwerte Kampfeslust ins Team.



