Alysa Liu krönt Comeback mit Olympia-Gold im Eiskunstlauf vor japanischem Trio
Liu holt Eiskunstlauf-Gold: Comeback gekrönt vor Japanerinnen

Alysa Liu krönt spektakuläres Comeback mit Olympia-Gold

In einer atemberaubenden und hochklassigen Kür-Entscheidung hat die US-amerikanische Weltmeisterin Alysa Liu bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die Goldmedaille im Eiskunstlauf der Frauen gewonnen. Die 20-Jährige setzte sich in der Milano Ice Skating Arena mit 226,79 Punkten gegen ein starkes japanisches Trio durch und krönte damit ihr beeindruckendes Comeback nach einer vorübergehenden Karrierepause.

Japanische Läuferinnen komplettieren das Podest

Die Silbermedaille sicherte sich die Japanerin Kaori Sakamoto mit 224,90 Punkten, während ihre Landsfrau Ami Nakai mit 219,16 Punkten den dritten Platz belegte und somit Bronze gewann. Liu, die im charakteristischen Goldkleid und mit feuriger Energie auftrat, hatte das Kurzprogramm noch als Dritte beendet, allerdings mit nur minimalem Rückstand auf die führenden Konkurrentinnen.

Mit ihrer mitreißenden Darbietung zur MacArthur Suite von Donna Summer verzauberte die US-Amerikanerin sowohl die internationale Jury als auch die begeisterten Fans in der Arena. Besonders emotional war der Moment, als ihr Landsmann Ilia Malinin, der bei den Herrenwettbewerben enttäuschend abgeschnitten hatte, von der Tribüne aus ihren Triumph bejubelte.

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Dramatische Wendungen und persönliche Geschichten

Die als neutrale Einzelathletin zugelassene russische Läuferin Adelija Petrossjan ging von Rang fünf noch aussichtsreich in die Kür, stürzte jedoch beim dreifachen Toeloop und belegte am Ende mit 214,53 Punkten nur den sechsten Platz. Die 17-Jährige war eine von lediglich dreizehn russischen Sportlerinnen und Sportlern bei diesen Winterspielen.

Eine bemerkenswerte Geschichte schrieb Julia Sauter, die für Rumänien startete. Die 28-jährige gebürtige Baden-Württembergerin, die in ihrer Jugend aus dem Förderprogramm der Deutschen Eislauf-Union aussortiert worden war, belegte bei ihrer Olympia-Premiere mit 190,93 Punkten den siebzehnten Rang. Auf Anraten eines Trainers hatte sie den Verband gewechselt, gewann zehnmal die rumänische Meisterschaft und erhielt im vergangenen Jahr die für Olympische Spiele notwendige Staatsbürgerschaft.

Bei der Eröffnungsfeier wurde Sauter die Ehre zuteil, die 29-köpfige rumänische Delegation als Fahnenträgerin anzuführen. Für die deutsche Eiskunstlauf-Union qualifizierte sich in dieser Disziplin keine Einzelläuferin für Olympia, während im Paarlauf Minerva Hase und Nikita Volodin aus Berlin bereits am Montag Bronze gewonnen hatten.

Weniger öffentlicher Druck als in Peking

Die Eiskunstlauf-Konkurrenz der Frauen stand diesmal nicht so sehr im medialen Fokus wie noch vor vier Jahren bei den Spielen in Peking. Damals war die damals 15-jährige Russin Kamila Walijewa nach Bekanntwerden eines positiven Dopingtests unter Vorbehalt angetreten, zerbrach in der Kür am enormen öffentlichen Druck und verpasste die Medaille.

Walijewa wurde rückwirkend für vier Jahre bis Ende Dezember 2025 gesperrt, ihre Ergebnisse wurden gestrichen. Für eine Qualifikation als neutrale Einzelathletin bei den Spielen in Mailand kehrte die mittlerweile 19-Jährige zu spät in den Wettbewerb zurück.

Alysa Liu hingegen, die vor vier Jahren nach einer WM-Bronzemedaille ihre Karriere zunächst für beendet erklärt hatte, fand neue Motivation und kehrte triumphierend zurück. Das einstige Wunderkind, das mit nur dreizehn Jahren als jüngste Läuferin den dreifachen Axel stand, hat nun den olympischen Gipfel erklommen.

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