Ilia Malinin spricht über Online-Hass nach Olympia-Absturz: „Widerlicher Druck“
Der Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin (21) hat sich nach seinem enttäuschenden Auftritt bei den Olympischen Spielen in Mailand zu den massiven Online-Attacken geäußert. Der Amerikaner, der als Favorit auf Gold galt, stürzte in der Kür ab und landete nur auf Platz 8. Nun macht er via Instagram seiner Wut über den „widerlichen Online-Hass“ Luft, der ihm nach dem Wettkampf entgegenschlug.
Psychische Belastung durch soziale Medien
„Widerlicher Online-Hass greift den Verstand an und Angst lockt ihn in die Dunkelheit. Egal, wie sehr man versucht, durch den endlosen, unüberwindlichen Druck bei Verstand zu bleiben“, schreibt Malinin in einem emotionalen Post. Der zweimalige Weltmeister gibt damit einen tiefen Einblick in sein Seelenleben und beschreibt, wie sich der Druck vor und nach dem Wettkampf aufbaute.
Experten vermuten, dass hinter den Attacken vor allem Wett-Amateure stecken, die hohe Summen auf Malinins Sieg gesetzt hatten und nun ihr Geld verloren. Ähnliche Phänomene sind bereits von Tennis-Profis bekannt, die regelmäßig mit solchem Hass konfrontiert sind. Die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt (60) kommentierte: „Man sah, er ist eben auch nur ein Mensch.“
Olympia-Druck als besondere Herausforderung
Malinin räumte nach seinem Desaster mentale Schwächen ein. „Ich hatte schlimme Gedanken schon, bevor ich in die Startposition ging. Ich kann es mir nicht erklären“, sagte der 21-Jährige. Obwohl er als mental stark gilt und bereits zweimal WM-Gold gewann, betonte er: „Aber der olympische Druck ist noch einmal was ganz anderes.“
Zwei Tage nach dem Wettkampf reflektierte er weiter: „Auf der größten Bühne der Welt könnten selbst diejenigen, die am stärksten erscheinen, unsichtbare Kämpfe austragen. Selbst deine glücklichsten Erinnerungen können am Ende vom Lärm beschmutzt werden.“
Zukunftsperspektiven und Schaulaufen
Trotz der Niederlage behält Malinin seinen Status als bester Eiskunstläufer der Gegenwart und „Vierfach-Gott“. Sein Wunsch ist es, am Schaulaufen nach dem Ende aller Wettbewerbe am 21. Februar teilzunehmen. Normalerweise sind dazu nur Medaillengewinner und manchmal ein Athlet aus dem Gastgeberland Italien eingeladen.
Es erscheint jedoch sehr wahrscheinlich, dass die Organisatoren für Malinin eine Ausnahme machen werden. Auf einen solchen Star zu verzichten, wäre aus Sicht vieler Experten töricht, da er weiterhin eine zentrale Figur im Eiskunstlauf bleibt. Die Diskussion über psychische Gesundheit im Spitzensport und den Umgang mit Online-Hass wird durch seinen Fall erneut angeheizt.



