Biathlon-Drama in Antholz: Franziska Preuß ringt nach Schießdebakel um Erklärungen
Preuß nach Schießdebakel: Tränen und Suche nach Antworten

Erneutes Biathlon-Drama: Preuß verpasst Medaille nach Schießdebakel

Die Enttäuschung war tief und die Tränen flossen reichlich im Zielbereich von Antholz. Franziska Preuß, Deutschlands Sportlerin des Jahres und aktuelle Gesamtweltcupsiegerin im Biathlon, hat erneut eine olympische Einzelmedaille verpasst. In der Verfolgung versagten ihr beim letzten Schießen erneut die Nerven, genau wie zuvor in der Mixed-Staffel, dem Einzel und dem Sprint. Zwei Scheiben blieben stehen, das Edelmetall war damit unerreichbar.

Tränen und Ratlosigkeit nach dem Rennen

"Ich merke schon, dass die Spannung im Körper steigt, und dann wird es unruhig. Dann schaffe ich es nicht mehr, dass ich den Schalter umlege, und es geht einfach so dahin", beschrieb eine sichtlich mitgenommene Preuß ihre Gefühlslage. Die bitterliche Enttäuschung war der Gesamtweltcupsiegerin deutlich anzusehen, als sie im Zielbereich weinte und lange getröstet werden musste. "Mehr kann ich nicht dazu sagen. Keine Ahnung, woher das kommt. Es ist leider so", fügte sie resigniert hinzu.

Am Ende belegte Preuß den sechsten Rang in der Verfolgung von Antholz. Nur etwas mehr als eine halbe Minute fehlte ihr für das Podest - eine für die Athletin besonders schmerzhafte Erkenntnis. "Es ist schon hart und ernüchternd. Es ist schon hart, dass 30 Sekunden ein echt gutes Rennen zerstören. Aber so ist Biathlon", kommentierte die 31-Jährige ihre Leistung.

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Sportdirektor zeigt Verständnis und Zuversicht

Sportdirektor Felix Bitterling zeigte nach dem Rennen Verständnis für die emotionale Reaktion seiner Athletin. "Preuß hat es richtig gut gemacht bis zu diesem letzten Schießen, hat die Tür weit aufgestoßen und es dann nicht geschafft durchzugehen", analysierte Bitterling die Situation. "Sie ist sehr, sehr traurig, das darf sie auch sein für ein paar Stunden. Dann gilt es, sich wieder zu justieren."

Der Sportdirektor verwies jedoch auch auf die bisherige Stärke der Athletin: "Preuß hat es viele Jahre geschafft, in solchen Situationen zu bestehen. Derzeit struggelt sie da etwas. Was wir im Training sehen, ist, dass sie den Bock jederzeit umstoßen kann." Mit Blick auf die zweite Wettkampfwoche zeigte sich Bitterling optimistisch: "Von daher sind wir positiv mit Blick auf die zweite Woche, dass wir da in solchen Momenten eine andere Franzi sehen."

Letzte Chance im Massenstart

Für Preuß bleibt der abschließende Massenstart am Samstag die letzte Möglichkeit, doch noch eine olympische Einzelmedaille zu gewinnen. Doch zunächst wollte die geknickte Gesamtweltcupsiegerin noch gar nicht an die kommenden Wettkämpfe denken, darunter die Staffel der Frauen am Mittwoch. "Ich bin einfach down. Ich glaube, man darf auch einfach mal enttäuscht sein", gestand Preuß. Ihre Priorität für den nächsten Tag formulierte sie klar: "Morgen schaue ich, dass ich wieder zuversichtlich bin."

Die aktuelle Krise der sonst so erfolgreichen Biathletin wirft Fragen auf, die über die unmittelbare Enttäuschung hinausgehen. Kann Preuß ihre mentale Stärke, die sie in der Vergangenheit so oft unter Beweis stellte, rechtzeitig für die entscheidenden Wettkämpfe zurückgewinnen? Die Biathlon-Welt blickt gespannt auf die zweite Wettkampfwoche und hofft auf ein Comeback der deutschen Top-Athletin.

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