Preuß verpasst Olympia-Medaille in Antholz nach riskantem Finale
Preuß verpasst Olympia-Medaille in Antholz nach riskantem Finale

Franziska Preuß hat ihre erste Chance auf eine olympische Einzelmedaille beim letzten Schießen vergeben. Die deutsche Biathletin lag lange auf Goldkurs, setzte aber im entscheidenden Moment zwei Schüsse daneben und belegte am Ende nur Rang zehn im Einzel von Antholz. Nach 15 Kilometern hatte sie 2:19,9 Minuten Rückstand auf die siegreiche Französin Julia Simon. Wäre sie fehlerfrei geblieben, hätte es zu Silber gereicht.

„Vor dem letzten Schießen war ich noch optimistisch, danach natürlich nicht mehr“, sagte Preuß. Nach dem ersten Fehler sei „das Kartenhaus wirklich in sich zusammengefallen“. Sie hake das Rennen nun ab. Zudem habe auf der Strecke das Gedankenkarussell angefangen. „Ich habe versucht, in meinen mentalen roten Faden zu kommen. Ich wollte es so machen, wie beim ersten Stehendschießen, aber es hat nicht funktioniert“, erklärte die 31-Jährige.

Beste Deutsche wurde die fehlerfreie Vanessa Voigt als Vierte, wie vor vier Jahren in Peking. Den französischen Doppelerfolg machte Lou Jeanmonnot (2 Fehler) perfekt. Sensationsdritte wurde die fehlerfreie Bulgarin Lora Hristova, nur 73. im Gesamtweltcup. Preuß erzählte, sie habe in der Umkleide gefragt, wer diese Bulgarin sei, und Hristova habe sich schüchtern gemeldet. „Aber ich habe ihr natürlich gleich gratuliert“, sagte Preuß.

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Preuß konnte ihren Olympia-Fluch nicht besiegen, obwohl sie in der Mixed-Staffel Bronze gewonnen hatte. Kurz vor dem Rennen musste an ihrem Gewehr ein gebrochener Schlagbolzen gewechselt werden. Läuferisch war sie nicht auf Topniveau. „Wenn es für eine Medaille reichen sollte, dann brauche ich wirklich den perfekten Tag, so realistisch bin ich“, sagte Preuß: „Ich habe noch die Hoffnung, dass der vielleicht noch kommt.“

Vanessa Voigt fehlten am Ende 12,9 Sekunden auf Bronze. „Total schwierig, meine Gedanken zu ordnen. Grundsätzlich bin ich enorm stolz auf meine Leistung“, sagte sie. Bundestrainer Kristian Mehringer berichtete von einem „Krisengespräch“ nach Oberhof, bei dem auch Tränen geflossen seien. „Das kann nach hinten losgehen. Aber unser Ziel war, dass es nach vorne losgeht. Ich glaube, das haben wir gut erreicht“, hatte Mehringer nach der Mixed-Staffel gesagt.

Die Olympia-Debütantinnen Janina Hettich-Walz und Selina Grotian konnten nicht um Topplatzierungen kämpfen. Hettich-Walz wurde nach zwei Strafminuten gute Achte. Grotian, die erst auf den letzten Drücker das Olympia-Ticket gelöst hatte, musste sich nach vier Fehlern mit Rang 55 begnügen.

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