Franziska Preuß verpasst Olympia-Medaille in Antholz nach riskantem Finale
Die deutsche Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß hat bei den Olympischen Winterspielen im Verfolgungsrennen von Antholz eine mögliche Medaille in letzter Minute verspielt. Die 31-jährige Athletin aus Ruhpolding belegte nach einem langen starken Rennen am Ende nur den sechsten Platz.
Zwei kostspielige Strafrunden im entscheidenden Moment
Preuß zeigte über weite Strecken des Wettkampfs eine beeindruckende Leistung und hielt sich lange in Medaillennähe. Doch im letzten Schießen riskierte die Deutsche zu viel und leistete sich zwei verhängnisvolle Strafrunden. Diese Fehler kosteten sie die Chance auf einen Podestplatz und ließen sie im Ziel mit 1:08,0 Minuten Rückstand auf die Olympiasiegerin zurückfallen.
Die italienische Lokalmatadorin Lisa Vittozzi sicherte sich ohne einen einzigen Schießfehler die Goldmedaille vor der norwegischen Sprint-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide und der Finnin Suvi Minkkinen, die Bronze gewann.
Deutsche Bilanz mit gemischten Ergebnissen
Für das deutsche Team verlief das Verfolgungsrennen insgesamt enttäuschend:
- Vanessa Voigt wurde mit drei Schießfehlern zweitbeste Deutsche auf Rang 19
- Julia Tannheimer (5 Fehler) und Selina Grotian (4 Fehler) verpassten beide die Top 30
- Nach Bronze mit der Mixed-Staffel zum Auftakt konnten die deutschen Frauen in drei Individualrennen keine weitere Medaille gewinnen
- Bislang bestes Einzelergebnis war der vierte Platz von Vanessa Voigt im Einzelrennen
Historischer Kontext und verbleibende Chancen
Die letzte deutsche Medaille in der olympischen Verfolgung hatte die im vergangenen Juli bei einem Bergunfall verstorbene Laura Dahlmeier mit Gold bei den Spielen 2018 in Pyeongchang geholt. Preuß selbst war im vergangenen Jahr in der Schweiz erstmals Weltmeisterin in dieser Disziplin geworden.
Für die deutschen Biathletinnen bleiben bei diesen Olympischen Spielen noch zwei Medaillenchancen:
- Am Mittwoch steht die aussichtsreiche Staffel auf dem Programm
- Am Samstag folgt der abschließende Massenstart als letzte Möglichkeit
Das deutsche Team hofft nun, in den verbleibenden Wettkämpfen die bislang verpassten Medaillenchancen zu nutzen und an die erfolgreiche Vergangenheit anzuknüpfen.



