Deutsche Skeleton-Frauen holen Silber und Bronze bei Olympia in Cortina
Skeleton-Frauen: Silber und Bronze für Deutschland

Deutsche Skeleton-Frauen glänzen mit Edelmetall bei Olympia

Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo haben die deutschen Skeleton-Frauen einen beeindruckenden Doppelerfolg gefeiert. Susanne Kreher sicherte sich bei ihrem Olympia-Debüt die Silbermedaille, während Jacqueline Pfeifer Bronze gewann. Nur die Österreicherin Janine Flock war nicht zu schlagen und holte souverän Gold.

Emotionale Feier am Fuß der Eisbahn

Arm in Arm standen Kreher und Pfeifer nach dem Wettkampf am Fuß der anspruchsvollen Eisbahn und feierten mit der deutschen Flagge ihren gemeinsamen Erfolg. Für Kreher war es der erste olympische Auftritt überhaupt, während Pfeifer nach Silber 2018 und einer langen Durststrecke endlich wieder auf dem Podest stand.

"Das ist unfassbar", sagte Verbandschef Thomas Schwab begeistert. "Dass wir im Skeleton mit insgesamt vier Medaillen aus diesen Spielen gehen, sind tolle Leistungen. Besonders für Susanne Kreher freue ich mich riesig - sie muss das, glaube ich, erst noch verarbeiten."

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Krehers beeindruckender Weg zum Silber

Die 27-jährige Sächsin aus Annaberg-Buchholz ging ihr Olympia-Debüt entspannt und mit Freude an, ähnlich wie bei ihrem überraschenden Weltmeistertitel 2023 in St. Moritz. Ihr Olympia-Ticket löste sie erst im allerletzten Moment beim Weltcup-Finale auf der Heimbahn in Altenberg - damals flossen Tränen der Erleichterung.

Im Wettkampf lieferte Kreher vier solide Läufe ab, fehlten am Ende aber 0,30 Sekunden zu Gold. "Meine Stärke ist die Konstanz", erklärte die ehemalige 400-Meter-Läuferin, die seit 2020 mit Trainer Stefan Poser in Dresden zusammenarbeitet.

Pfeifers Rückkehr aufs Podest

Für Jacqueline Pfeifer bedeutete die Bronzemedaille eine besondere Genugtuung. Nach ihrem Silber bei den Spielen 2018 hatte sie eine lange Durststrecke durchstehen müssen. In Cortina lag sie am Ende 0,44 Sekunden hinter Goldgewinnerin Flock, konnte sich aber gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Die Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise verpasste als Vierte das Podest knapp und war 1,15 Sekunden langsamer als Flock - im präzisen Skeleton-Sport eine beträchtliche Differenz.

Technische Innovationen bringen Vorteile

Wie schon die Männer fuhren auch die Frauen mit nagelneuen FES-Schlitten, die mit 38 Kilogramm deutlich leichter sind als die bisherigen 45-Kilogramm-Modelle. Diese Geräte mit verbesserter Aerodynamik wurden erst nach dem Weltcup-Finale in Altenberg getestet und kamen in Cortina zum ersten Mal im Wettkampf zum Einsatz.

"Wir haben das bewusst so gemacht, auch wenn einige unserer Athleten schon nervös geworden sind", erklärte Cheftrainer Christian Baude die Entscheidung. Pfeifer erreichte mit ihrem neuen Schlitten im zweiten Lauf einen Bahnrekord von 125 Stundenkilometern.

Persönliche Geschichten hinter den Medaillen

Susanne Kreher trägt rund 30 Tattoos auf ihrem Körper, darunter die bedeutungsvolle Botschaft "You are good enough" ("Du bist gut genug"). Diese persönliche Ermutigung scheint ihr im Wettkampf Kraft gegeben zu haben.

Ihr Training absolvierte sie mit einem speziell angepassten Schlitten, an den Trainer Poser Inline-Rollen montiert hatte, um in Dresden Starttraining zu ermöglichen.

Deutsche Erfolgsbilanz im Eiskanal

Mit den Medaillen von Kreher und Pfeifer verbesserte sich die deutsche Bilanz im neuen Eiskanal von Cortina auf insgesamt neun Edelmetalle. Im Skeleton hatten zuvor bereits Axel Jungk (Silber) und Christopher Grotheer (Bronze) Medaillen gewonnen, das Rodel-Team holte fünf weitere.

Die Skeleton-Wettbewerbe enden am Sonntag mit der olympischen Premiere der Team-Staffel, bei der die deutschen Athleten erneut Medaillenchancen haben.

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