Olympia-Premiere im Skibergsteigen: Tatjana Paller trotz Platz vier zufrieden
Skibergsteigen bei Olympia: Paller zufrieden mit Platz vier

Olympia-Premiere im Skibergsteigen: Tatjana Paller trotz Platz vier zufrieden

Bormio • Die olympische Premiere des Skibergsteigens bei den Winterspielen 2026 in Bormio brachte spannende Wettkämpfe und eine starke deutsche Leistung. Während Tatjana Paller bis ins Finale stürmte und Platz vier erreichte, scheiterten Helena Euringer und Finn Hösch bereits in ihren Vorläufen.

Pallers Aufholjagd und verpasste Medaille

Nur wenige Momente haderte Tatjana Paller nach der knapp verpassten Medaille bei der historischen Olympia-Premiere ihrer Sportart. „Edelmetall wäre das Nonplusultra gewesen“, gestand die 30-Jährige aus Bayern. „Aber hätte mir vorher jemand gesagt, ich werde Vierte bei Olympia, dann hätte ich das sofort genommen. Ich bin wirklich froh über diese Leistung.“

Nach einer beeindruckenden Aufholjagd in der Abfahrt, bei der Paller von einem Sturz einer Konkurrentin profitierte, fehlten ihr im Ziel lediglich etwas mehr als drei Sekunden auf die spanische Bronzemedaillengewinnerin Ana Alonso Rodriguez. Die erste Goldmedaille in der olympischen Geschichte des Skibergsteigens sicherte sich Marianne Fatton aus der Schweiz, Silber ging an die Französin Emily Harrop.

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„Ich finde es hart, dass bei Olympia immer nur Medaillen zählen“, kommentierte Paller ihre Platzierung. „Klar, Dritter ist besser als Vierter, aber beides repräsentiert die absolute Weltspitze.“ In dieser Elite ist die deutsche Athletin längst fest etabliert.

Positive Stimmung und olympische Nervosität

Die Aufnahme des Skibergsteigens ins olympische Programm wurde von allen Seiten positiv aufgenommen. Ein Sprecher des deutschen Teams betonte: „Die Stimmung auf der Tribüne und entlang der Piste war ausgelassen und deutlich besser spürbar als bei einem normalen Weltcup-Wettbewerb.“

Angestachelt von dieser einzigartigen Atmosphäre erreichte Paller als Zweite ihres Vorlaufs das Halbfinale, wo sie in einem engen Duell erneut überzeugte und sich direkt für das Finale qualifizierte. „Es war sehr, sehr cool, deswegen muss man diesen Moment jetzt auch genießen“, schwärmte die Athletin. „Mit so vielen Zuschauern ein Rennen zu bestreiten, das hatten wir in unserer Sportart noch nie erlebt.“

Die Nervosität vor diesem historischen Tag war jedoch enorm: „Ich habe mich dreimal am Morgen übergeben, da wusste ich wirklich nicht, wie ich es schaffen sollte“, gestand Paller. „Ich bin solche Aufregung gewohnt, aber heute ging es mir noch viel schlechter als vor anderen wichtigen Wettkämpfen.“

Frühes Aus für Euringer und Hösch

Während Paller triumphierte, mussten Helena Euringer als Fünfte und Finn Hösch auf Rang vier in ihren Vorläufen frühzeitig die Segel streichen. „Vorwiegend überwiegt bei mir die Freude, das war ein unvergesslicher Tag“, sagte Hösch, dem knapp vier Sekunden für das direkte Weiterkommen fehlten.

„Das Ergebnis kann ich sportlich einordnen“, analysierte der deutsche Athlet. „Ich weiß, dass es nicht an meiner Laufleistung gelegen hat, sondern an einer falschen taktischen Entscheidung bei der Fellwahl.“ Hösch war der einzige deutsche Starter in der Männer-Konkurrenz, in der Oriol Cardona Coll aus Spanien Gold gewann. Silber sicherte sich der Russe Nikita Filippow, der offiziell als „Individueller Neutraler Athlet“ (AIN) antrat.

Die Sportart Skibergsteigen

Skibergsteigen hat seine Ursprünge im traditionellen Skitourengehen. Die Athletinnen und Athleten laufen mit speziellen Skiern einen Hang hinauf. Um dabei nicht rückwärts zu rutschen, sind spezielle Felle unter den Skiflächen angebracht. Auf einem kurzen Streckenabschnitt müssen sie sogar Treppen bewältigen – hier werden die Skier abgeschnallt und getragen. Oben angekommen entfernen die Sportler die Felle und absolvieren eine kurze Abfahrt.

Nächste Chance in der Mixed-Staffel

Für Finn Hösch und Tatjana Paller gibt es bereits am kommenden Samstag eine weitere Chance, sich zu beweisen. Beide treten in der Mixed-Staffel an. „Ich würde sagen, wir wären zufrieden mit einem Top-Fünf-Platz“, schätzte Paller die Aussichten ein. „Eine Medaille wäre natürlich fantastisch, aber das wird sehr, sehr schwierig werden.“

Die olympische Premiere des Skibergsteigens hat damit nicht nur spannende Wettkämpfe, sondern auch bleibende Eindrücke bei Athleten und Zuschauern hinterlassen.

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