Skispringen: DSV-Sportdirektor fordert neue Messmethoden nach Penis-Tricks-Berichten
Skispringen: Neues Messsystem nach Penis-Tricks-Berichten gefordert

Skispringen: DSV-Sportdirektor fordert neue Messmethoden nach Penis-Tricks-Berichten

Nach Berichten über mögliche Manipulationen durch sogenannte Penis-Tricks im Skispringen sieht Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband (DSV) dringenden Handlungsbedarf. Bei den Olympischen Winterspielen in Italien äußerte der 57-Jährige gegenüber der Deutschen Presse-Agentur konkrete Bedenken und präsentierte Lösungsvorschläge für ein transparenteres Vermessungssystem.

Manipulationsmöglichkeiten theoretisch gegeben

„Ich habe keine Hinweise, dass betrogen wurde. Ich sehe trotzdem Handlungsbedarf, um das Thema aus der Welt zu schaffen“, betonte Hüttel nachdrücklich. „Zumindest theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation.“ Der Sportdirektor bezog sich dabei auf aktuelle Medienberichte, die während der Vierschanzentournee um den Jahreswechsel für Aufsehen sorgten.

Laut diesen Berichten sollen einige Athleten zu ungewöhnlichen Methoden gegriffen haben, um ihre Sprungweiten zu optimieren. Im Zentrum der Diskussion steht die Vermessung der Skispringer durch den Weltverband Fis, die für die Bestimmung der Sprunganzuggröße entscheidend ist. Mehr Stoff an strategischen Positionen kann dabei für zusätzlichen Auftrieb sorgen – und hier kommt die Penisgröße ins Spiel.

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Problematik bei der aktuellen Vermessungspraxis

Hüttel erläuterte das technische Problem detailliert: „Das Problem an der ganzen Sache ist: Die derzeitige Vermessung wird von einem 3D-Scanner gemacht. Der Punkt, wo das Schrittmaß genommen wird, wird aber händisch festgelegt“. Diese manuelle Festlegung biete Raum für Ungenauigkeiten und potenzielle Manipulationen.

Der Sportdirektor führte weiter aus: „Je weiter unten sich die Geschlechtsteile befinden, desto weiter unten ist der Schritt beim Athleten in der Fis-Tabelle manifestiert.“ Genau diese Abhängigkeit von der anatomischen Positionierung mache das System anfällig für Tricksereien.

Medizinische Beratung und konkrete Lösungsvorschläge

Nach den Medienberichten hat der DSV professionell reagiert und medizinischen Rat eingeholt. „Wir haben uns im Nachgang auch mit unseren Ärzten unterhalten, ganz seriös“, berichtete Hüttel. „Sie haben gesagt, dass man durch eine Hyaluron-Spritze oder andere Maßnahmen etwas verändern könnte.“

Der frühere Nordische Kombinierer präsentierte zwei konkrete Alternativen zur aktuellen Messmethode:

  1. Knöcherne Strukturen als Referenzpunkt: „Variante eins: Entweder man vermisst die knöchernen Strukturen und legt danach das Schrittmaß fest.“
  2. Körpergröße als Berechnungsgrundlage: „Variante zwei: Man orientiert sich beim Schrittmaß an der Körpergröße.“

Hüttel erläuterte die zweite Variante genauer: „Bei 98 Prozent der Athleten liegt das Schrittmaß bei circa 45 Prozent der Körpergröße. Das wäre einfach und transparent und aus meiner Sicht eine Lösung, die man weiterdenken sollte.“

Praktikabilität für alle Wettkampfebenen

Ein wichtiger Aspekt bei der Reform der Vermessungsregeln ist die Praktikabilität für alle Wettkampfebenen. Hüttel betonte: „So müsste man nur die Körpergröße messen, was auch für die darunterliegenden Wettkampfsysteme wie Continental Cup oder Alpencup praktikabel wäre.“

Der Sportdirektor äußerte zudem die Hoffnung auf zeitnahe Veränderungen: „Ich würde mir wünschen, dass man im Frühjahr für den neuen Olympiazyklus in den Fis-Gremien einen neuen Weg findet.“ Damit unterstrich er die Dringlichkeit der Angelegenheit für die Integrität des Skisprungsports.

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