Deutsche Skispringer verpassen Bronze um knappe 17 Zentimeter bei Olympia
Die deutschen Skispringer Philipp Raimund und Andreas Wellinger haben bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo eine Medaille im Super Team-Wettbewerb nur äußerst knapp verpasst. Das Duo belegte am Ende den vierten Platz und fehlte lediglich 0,3 Punkte zur Bronzemedaille, was umgerechnet weniger als 17 Zentimetern entspricht.
Bitteres Ende nach spektakulärem Wettkampf
Der letzte Skisprung-Wettbewerb der Winterspiele endete vorzeitig und ungeplant. In der Schlussphase des dritten Durchgangs wurde der Wettbewerb bei starkem Schneefall abgebrochen, sodass nur die Ergebnisse nach zwei Durchgängen zählten. „Das ist extrem bitter, weil 0,3 ist gar nichts“, sagte Andreas Wellinger im ZDF-Interview. Auch Philipp Raimund äußerte sich enttäuscht: „Es ist die Aufgabe der Jury. Es ist nicht meine Aufgabe. Dass es so knapp ist, tut weh“.
Olympische Premiere für das Super Team
Der Super Team-Wettbewerb wurde im Val di Fiemme erstmals bei Olympischen Winterspielen ausgetragen. Im Gegensatz zum traditionellen Mannschaftswettbewerb mit vier Athleten trat jede Nation nur mit zwei Springern an. Philipp Raimund zeigte mit Sprüngen von 137, 137,5 und 136 Metern starke Leistungen, während Andreas Wellinger 127,5, 123,5 sowie 130 Meter erreichte. Die jeweils letzten Sprünge gingen jedoch nicht in die Wertung ein.
Schon nach dem ersten Durchgang lag das deutsche Team auf Rang vier und nur knapp hinter dem Podest. Raimund hielt die Medaillenhoffnung mit einem starken Sprung am Leben und zeigte im Auslauf beide Fäuste. „Ich bin mir sicher, dass wir mit Hilles Sprung aufs Podest gesprungen wären“, sagte der enttäuschte Wellinger zu Raimunds letztem Versuch.
Medaillenverteilung und deutsche Bilanz
Gold gewannen die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher. Silber sicherten sich Pawel Wasek und Kacper Tomasiak aus Polen, Bronze ging an das norwegische Duo Johann Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal.
Insgesamt kann das deutsche Skisprung-Team mit den Winterspielen nicht zufrieden sein. Philipp Raimunds Triumph im Einzel von der Normalschanze lenkt ein wenig von den ansonsten enttäuschenden Skisprung-Wettbewerben ab. Weder die Männer noch die Frauen schafften es in weiteren Wettkämpfen auf das Podest.
Nur eine Medaille bei Winterspielen für die deutschen Skispringer hatte es zuletzt 2010 in Kanada gegeben. Damals holte die Mannschaft um Martin Schmitt Silber im Teamspringen. Im Weltcup geht es in knapp zwei Wochen in Österreich weiter.
Personelle Entscheidungen und individuelle Leistungen
Andreas Wellinger bekam den zweiten deutschen Startplatz, weil seine Form im Gegensatz zu der von Felix Hoffmann ansteigende Tendenz zeigte. Hoffmann ist eigentlich in diesem Winter der zweitbeste deutsche Springer hinter Raimund. Auf der großen Schanze kam der 28-Jährige bei Olympia aber gar nicht klar.
Wellinger schaffte es im Weltcup mehrmals nicht in den zweiten Durchgang. In Italien belegte der Olympiasieger von 2018 auf der Normalschanze den 17. Platz, im Einzel auf der Großschanze landete er auf Rang 15. Trotz der Enttäuschung wird Philipp Raimund die Winterspiele in sehr guter Erinnerung behalten. Der 25-Jährige war nach Italien gereist, ohne jemals im Weltcup gewonnen zu haben, und kehrt nun mit einer Goldmedaille nach Hause zurück.



