Linus Straßer rechnet nach Olympia-Aus mit IOC ab: 'Ich kann darauf verzichten!'
Straßer rechnet nach Olympia-Aus mit IOC ab

Olympia-Frust bei Linus Straßer: Deutschlands Slalom-Ass rechnet mit IOC ab

Der Traum von einer olympischen Medaille ist für Deutschlands Slalom-Ass Linus Straßer in Bormio geplatzt - und wenige Minuten nach seinem zweiten Lauf ließ der 33-Jährige seinem angestauten Ärger freien Lauf. In einem emotionalen Interview mit dem ZDF kritisierte der Münchner Skirennläufer grundlegende Aspekte der Olympischen Spiele, während der Wettbewerb noch im Gange war.

'Ich bitte dich!': Straßers verbaler Rundumschlag

Als Moderatorin Amelie Stiefvatter ihn auf die Stimmung vor Ort ansprach, begann Straßer mit den Worten 'Ich bitte dich!' und holte zum verbalen Rundumschlag aus. 'Meine komplette Family ist da, mit Freunden und so weiter. Die stehen irgendwo mittendrin. Schau hinter dich, auf die Tribüne. Die Leute hocken auf fünf Metern Höhe. Du hast keine Interaktion mit irgendwelchen Zuschauern', beschwerte sich der Skirennläufer über die sterile Atmosphäre.

Er fügte hinzu: 'Wenn das der Genuss von Leistungssport war, bin ich froh, dass es mein letztes Mal war.' Straßer erreichte am Ende des Wettkampfs Platz neun, während der Schweizer Weltmeister Loic Meillard den Olympiasieg holte.

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Verweigerte Geste für Freund und grundsätzliche Kritik

Besonders ärgerte den Deutschen ein Vorfall nach dem ersten Durchgang: Er wollte seinen guten Freund AJ Ginnis aus Griechenland nach dessen Abschiedsfahrt in Empfang nehmen, doch die Olympia-Verantwortlichen hielten ihn vor dem Zielraum zurück. 'Das ist typisch Olympia, oder? Lasst doch einmal irgendwas... aber gut, alles für die Show, für die sterile', kommentierte Straßer sarkastisch.

Im ZDF legte er dann nach: 'Streng verboten - man muss natürlich den strikten Regeln folgen. Keine Ahnung, ich will nicht zu viel haten. Die Geschichte hinter Olympia ist unglaublich, jeder will Olympiasieger werden, klar, ich auch. Aber darum geht es nicht: Es ist einfach das Event an sich.'

Vergleich mit Weltcup-Klassikern und Medaillenfokus

Straßer zog einen deutlichen Vergleich zwischen den Olympischen Spielen und den traditionellen Weltcup-Rennen: 'Wenn ich das für mich persönlich bewerte und vergleiche mit dem, was ich sonst vorfinde: Da sind hier einfach wenig Emotionen, wenig Interaktionen mit den Fans - und das ist doch das, was es ausmacht. Es ist absolut steril. Ganz ehrlich: Ich kann darauf verzichten!'

Bereits vor dem Slalom hatte der Deutsche seine Vorliebe für die klassischen Weltcup-Rennen bekundet: 'Von den Emotionen her bin ich da eher bei Kitzbühel, Schladming, Wengen, Adelboden'. Mehr als an der sportlichen Herausforderung stört sich Straßer am öffentlichen Fokus auf Medaillen und der mangelnden Würdigung von Leistungen hinter den Podestplätzen.

Olympia-Geschichte voller Enttäuschungen

Die Beziehung zwischen Straßer und den Olympischen Spielen war nie eine romantische Liebesgeschichte. Seine Premiere 2018 beschrieb er als 'einzigen Krampf', vier Jahre später verpasste er als Siebter im Slalom knapp eine Medaille. Auch in Bormio hatte er nach der Team-Kombination über den 'leichtesten Slalom-Hang, den ich je auf diesem Niveau gefahren bin' geklagt.

Im Finale des olympischen Slaloms gewann hinter Meillard der Österreicher Fabio Gstrein Silber vor dem Norweger Henrik Kristoffersen. Der nach dem ersten Lauf führende Atle Lie McGrath schied im Finale aus - der Norweger hatte am Tag der Eröffnungsfeier seinen Großvater verloren, den er als sein größtes Vorbild bezeichnete.

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