Olympia-Enttäuschung: Straßer verpasst Slalom-Medaille trotz Schneechaos
Straßer verpasst Olympia-Medaille im Schneechaos-Slalom

Olympia-Enttäuschung für deutsche Alpin-Männer: Straßer verpasst Slalom-Medaille

Bei den Olympischen Winterspielen in Bormio hat Deutschlands Slalom-Ass Linus Straßer eine Medaille deutlich verpasst. Der 33-jährige Münchner belegte im teils chaotischen Slalom-Wettbewerb nur Rang neun und musste sich mit den Podestplätzen nicht beschäftigen. Der Schweizer Weltmeister Loic Meillard sicherte sich den Olympiasieg vor dem überraschend starken Österreicher Fabio Gstrein (Silber) und dem Norweger Henrik Kristoffersen (Bronze).

Schneetreiben sorgt für Ausfälle und chaotische Bedingungen

Der erste Durchgang des Slaloms in Norditalien entwickelte sich zu einem wahren Chaos. Weniger als die Hälfte der knapp 100 Starter erreichte überhaupt das Ziel. Schneefall erschwerte die Sicht erheblich und die anspruchsvolle Kurssetzung forderte ihren Tribut. Zahlreiche Topfahrer schieden bereits im ersten Lauf aus, darunter der für Brasilien startende Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen sowie die Saison-Entdeckungen Paco Rassat aus Frankreich und Eduard Hallberg aus Finnland.

Besonders dramatisch war das Ausscheiden des Norwegers Atle Lie McGrath, der nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte. Nach einem Fahrfehler im Finale stapfte er tief enttäuscht von der Piste Richtung Wald. "Das war einer der schwierigsten Slaloms, die ich je erlebt habe", kommentierte ein Teilnehmer nach dem Rennen.

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Straßer enttäuscht über eigene Leistung

Linus Straßer, seit Jahren bester deutscher Slalomfahrer, zeigte sich nach dem Wettbewerb frustriert. Als Halbzeit-Zwölfter hatte er bereits nach dem ersten Durchgang erklärt: "Ich weiß nicht, wie ich schneller fahren könnte. Das ist schon ein bisschen deprimierend." Im zweiten Lauf verbesserten sich die Bedingungen zwar, doch der Münchner kam trotzdem nur auf Rang neun und verpasste damit deutlich die Medaillenränge.

Der WM-Dritte aus der vergangenen Saison gehörte bei diesen Spielen in Italien ohnehin nicht zu den absoluten Favoriten. Nach einem Materialwechsel im Sommer sucht Straßer noch nach der optimalen Abstimmung und hatte in diesem Winter erst ein einziges Weltcup-Podest erreicht. Die deutsche Alpin-Mannschaft beendet damit die nächsten Winterspiele ohne eine Einzelmedaille - die letzten Erfolge datieren zurück auf Markus Wasmeiers Triumphe im Super-G und Riesenslalom 1994 in Lillehammer.

Medaillengewinner trotzen den schwierigen Bedingungen

Sieger Loic Meillard aus der Schweiz bewies Nervenstärke und beherrschte das Rennen trotz der widrigen Umstände souverän. Der Österreicher Fabio Gstrein sicherte sich mit nur 0,35 Sekunden Rückstand die Silbermedaille und sorgte damit für eine kleine Überraschung. Bronze ging an den erfahrenen Norweger Henrik Kristoffersen, der mit 1,13 Sekunden Rückstand das Podest komplettierte.

Die extremen Bedingungen in Bormio werden sicherlich als eines der prägenden Ereignisse dieser Olympischen Winterspiele in Erinnerung bleiben. Für das deutsche Team bedeutet das Ergebnis jedoch eine herbe Enttäuschung und wirft Fragen zur Zukunft des alpinen Skisports in Deutschland auf.

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