Trainer-Doppel Mehringer und Röiseland verlassen deutsche Biathlon-Frauen nach enttäuschender Saison
Nach einer enttäuschenden Olympia-Saison ohne Medaillenerfolge kommt es bei den deutschen Biathletinnen zu einem tiefgreifenden personellen Umbruch. Die verantwortlichen Trainer Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland verlassen das Team mit sofortiger Wirkung. Diese Personalentscheidung wurde von Sportdirektor Felix Bitterling vom Deutschen Skiverband nach dem letzten Saisonrennen im norwegischen Oslo offiziell bestätigt.
Zwei erfahrene Trainer gehen unterschiedliche Wege
Kristian Mehringer war in den vergangenen acht Jahren als Trainer der Frauen tätig und wird nun innerhalb des Verbandssystems eine neue, noch zu definierende Schlüsselposition übernehmen. „An der Definition dieser Position wird gerade gearbeitet“, erklärte Bitterling in einer Stellungnahme. Sverre Olsbu Röiseland, der vier Jahre lang das Traineramt innehatte, kehrt hingegen in seine norwegische Heimat zurück.
Der Sportdirektor würdigte Röiseland als „überragende Persönlichkeit, einen tollen Menschen und einen tollen Trainer“, betonte aber gleichzeitig, dass „derzeit das, was wir benötigen und seine private Situation nicht zusammenpassen“. Der 35-jährige Norweger und seine Ehefrau, die dreimalige Olympiasiegerin Marte Olsbu Röiseland, erwarten im September ihr zweites Kind.
Schwierige Saison ohne olympische Erfolge
Die deutsche Biathlon-Mannschaft der Frauen erlebte in diesem Winter eine durchweg enttäuschende Saison. Bei den Olympischen Winterspielen blieben die Skijägerinnen sowohl in den Individualwettbewerben als auch mit den Staffeln komplett ohne Medaillen. Der einzige Podestplatz im gesamten Weltcup wurde von Franziska Preuß mit einem dritten Platz in Tschechien erreicht.
Die 32-jährige Preuß beendete nach den Olympischen Spielen bereits ihre aktive Karriere, womit das Team nicht nur zwei Trainer, sondern auch eine erfahrene Athletin verliert. Eine direkte Nachfolgerin für ihre Position ist derzeit nicht in Sicht, was die Herausforderungen für das kommende Jahr zusätzlich vergrößert.
Offene Zukunftsperspektiven
Für die beiden nun freien Trainerpositionen hat der Deutsche Skiverband noch keine Nachfolger benannt. Die Suche nach geeigneten Kandidaten für die kommende Saison läuft auf Hochtouren. Interessant ist, dass eine Rückkehr von Sverre Olsbu Röiseland nach Deutschland in Zukunft nicht ausgeschlossen ist.
„Eine zukünftige Zusammenarbeit mit Sverre in vier oder acht Jahren ist nicht ausgeschlossen“, ließ Sportdirektor Bitterling durchblicken. Röiseland selbst hat bereits Interesse an einer möglichen Zusammenarbeit mit dem norwegischen Verband bekundet und plant trotz seiner psychisch anstrengenden Phase aufgrund einer überstandenen Hodenkrebs-Erkrankung keine berufliche Pause.
Der personelle Umbruch beim deutschen Biathlon-Frauenteam markiert einen deutlichen Neuanfang nach einer Saison, die in vielerlei Hinsicht hinter den Erwartungen zurückblieb. Die kommenden Monate werden zeigen, wie der Deutsche Skiverband die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft stellt.



