Deutsche Skispringer verabschieden Horngacher mit starken Leistungen
Beim letzten Saisonspringen der Weltcup-Elite auf der legendären Flugschanze Letalnica in Planica haben die deutschen Skispringer ihrem scheidenden Bundestrainer Stefan Horngacher ein beeindruckendes Abschiedsgeschenk gemacht. Während der Norweger Marius Lindvik den Wettkampf für sich entschied, glänzten insbesondere die Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger mit herausragenden Leistungen und setzten damit einen positiven Schlusspunkt unter eine zunächst schwierige Saison.
Geiger als bester Deutscher auf Rang acht
Vor den Augen von 26.030 begeisterten Zuschauern an der mächtigen Letalnica präsentierte sich Karl Geiger in hervorragender Form. Der frühere Skiflug-Weltmeister landete mit weiten Flügen auf 233,0 und 227,5 Metern auf dem achten Platz und war damit der beste deutsche Athlet des Tages. Seine konstante Leistung unterstrich die Rückkehr zu alter Stärke nach den anfänglichen Schwierigkeiten in dieser Wintersaison.
Wellingers historischer perfekter Sprung
Das absolute Highlight für das deutsche Team lieferte jedoch Andreas Wellinger. Der zweimalige Olympiasieger zeigte im ersten Durchgang einen Sprung, der in die Geschichtsbücher eingehen wird: Alle fünf Punktrichter vergaben die Bestnote 20,0. Damit gelang Wellinger erst der zehnte „perfekte Sprung“ in der Geschichte des Skispringens. Mit weiteren 217,0 Metern im zweiten Durchgang sicherte er sich schließlich den elften Gesamtrang.
„Diese Quintuple-20 ist eine absolute Rarität und zeigt die technische Perfektion, die Wellinger an den Tag legte“, analysierten Experten nach dem Wettkampf. Interessanterweise gab es am Sonntag noch zwei weitere perfekte Sprünge: Sieger Lindvik und der Österreicher Daniel Tschofenig, dem dies bereits 2025 in Planica gelungen war, erhielten ebenfalls die Traumnoten.
Lindvik siegt vor Prevc – Raimund mit Luft nach oben
Marius Lindvik, der im Vorjahr wegen der Anzug-Manipulationen der Norweger suspendiert worden war und in Planica nicht hatte antreten dürfen, feierte ein beeindruckendes Comeback. Mit Weiten von 238,5 und 231,0 Metern sowie 459,5 Punkten setzte er sich gegen Sloweniens Topstar Domen Prevc (453,9 Punkte) durch. Prevc krönte damit dennoch eine nahezu perfekte Saison, in der er Olympiasieger, Flug-Weltmeister, Tourneesieger und Gesamtweltcup-Gewinner wurde.
Für Olympiasieger Philipp Raimund verlief der Wettkampf weniger erfolgreich. Zwar bewältigte er die Riesenschanze, von der er in den vergangenen Jahren wegen seiner Höhenangst-Problematik nicht gesprungen war, doch mit Platz 28 blieb er deutlich hinter den Erwartungen zurück. Pius Paschke belegte Rang 19.
Karriereende für Stoch – Hoffmann verpasst Finale
Emotionaler Höhepunkt war das Karriereende des polnischen Topstars Kamil Stoch. Unter Coach Horngacher hatte Stoch zwei seiner drei Titel bei der Vierschanzentournee gewonnen. Sein Abschied folgte auf das Karriereende der Rekordweltmeisterin Katharina Schmid am Vortag.
Für Felix Hoffmann endete die Saison enttäuschend: Der Tourneesechste, der zuletzt in Vikersund und an den ersten Wettkampftagen in Planica pausiert hatte, verpasste mit 177,5 Metern als 31. und Letzter als einziger Springer das Finale der besten 30.
Insgesamt hinterließen die deutschen Skispringer mit dieser Leistung einen positiven Eindruck und machen Hoffnung auf eine erfolgreichere kommende Saison. Die starken Auftritte von Geiger und insbesondere Wellingers historischer Sprung zeigen, dass das deutsche Team trotz des Trainerwechsels konkurrenzfähig bleibt.



