Rodel-Duo Wendl/Arlt kämpft mit Materialproblemen trotz Olympia-Bronze
Wendl/Arlt: Materialprobleme trotz Olympia-Bronze

Rodel-Duo Wendl/Arlt erkämpft sich Olympia-Bronze trotz Materialschwierigkeiten

Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo sicherten sich die deutschen Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt mit einem furiosen Finallauf die Bronzemedaille. Doch hinter diesem Erfolg verbarg sich ein harter Kampf gegen technische Widrigkeiten, die das bayerische Duo bis in die Nacht beschäftigten.

Speed-Probleme in der langjährigen Rodel-Hochburg

„Wir haben eine sehr schwere Woche gehabt, das kannten wir so bisher von den anderen Bahnen noch nicht“, erklärte der sechsfache Olympiasieger Tobias Wendl nach dem Wettkampf. Das Hauptproblem lag im fehlenden Speed, der für die Berchtesgadener Rodel traditionell charakteristisch war. „Wir sind alle vier Jahre auf die Bahn gekommen und haben von Anfang an guten Speed gehabt. Den hatten wir die Woche gar nicht“, führte Wendl aus.

Die Schwierigkeiten mit dem Set-up am Schlitten stellten sich als ein bayerisches Gesamtproblem heraus, das sich deutlich von den schnellen Rodeln der Oberhofer Werkstatt um Olympiasieger Max Langenhan und Julia Taubitz unterschied. „Man hatte es auch bei Felix und Anna (Loch und Berreiter) gesehen, in dem Berchtesgadener Bereich war nicht so der Speed da“, analysierte Wendl die Situation.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nächtliche Arbeit am Schlitten und mentale Stärke

Die Reaktion des erfahrenen Duos auf diese Herausforderung war typisch für ihre kämpferische Mentalität. „Wer uns kennt, wir sind Kämpfer. Wir haben lange überlegt und haben gestern bis in die Nacht rein den Schlitten umgearbeitet. Heute in der Früh haben wir noch weitergemacht“, berichtete Wendl von den intensiven Vorbereitungen.

Diese nächtlichen Anpassungen brachten jedoch auch Unsicherheiten mit sich. „Meine einzige Angst war, ob der Schlitten das macht, was ich will. Deswegen waren im ersten Lauf ein paar Fehler drin“, gestand der erfahrene Rodler. Umso größer war die Erleichterung über den letztendlichen Erfolg: „Daher fühlt sich die Bronzene an wie Gold, weil wir gekämpft und gelebt haben.“

Historische Gleichstellung und neue Ziele

Mit dieser Bronzemedaille zogen Wendl und Arlt mit ihrer langjährigen Trainingskollegin Natalie Geisenberger gleich, die ebenfalls sechsmal Gold und einmal Bronze bei Olympischen Spielen gewann. Doch für das Duo stehen nicht primär Rekorde im Vordergrund. „Wir machen es nicht, um Rekorde aufzustellen, wir machen es, weil es uns Spaß macht. Wir machen es, weil es ein geiler Sport ist, wie wir es heute gesehen haben“, betonte Tobias Arlt.

Bereits sind neue Ziele fixiert: „Nun geht es um die Medaillen in der Teamstaffel, da wollen wir Vollgas geben. Dann wollen wir noch den Gesamtweltcup gewinnen.“ Nach den Olympischen Spielen stehen im Weltcup noch die Stationen in St. Moritz und Altenberg auf dem Programm, wo das Duo seine Ambitionen weiter verfolgen wird.

Die Geschichte von Wendl und Arlt in Cortina d'Ampezzo zeigt eindrucksvoll, wie technische Herausforderungen und mentale Stärke im Spitzensport zusammenwirken. Trotz anfänglicher Materialprobleme und nächtlicher Arbeitssessions bewies das bayerische Duo einmal mehr seine Wettkampfhärte und sicherte sich einen verdienten Platz auf dem Olympiapodest.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration