Apple hat eine Klage gegen OpenAI eingereicht. Dem ChatGPT-Macher wird vorgeworfen, durch zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter an vertrauliche Firmengeheimnisse gelangt zu sein. Die Klage wurde am Donnerstag vor einem Gericht in San Francisco eingereicht.
Tang Tan im Zentrum der Vorwürfe
Einer der beiden Beschuldigten ist Tang Tan, ein ehemaliger ranghoher Apple-Designer, der heute als Hardware-Chef bei OpenAI arbeitet. Er war mehr als 20 Jahre bei Apple tätig und verantwortete zuletzt das Design des iPhones und der Apple Watch. Laut Klage soll Tan vertrauliche Apple-Informationen an OpenAI weitergegeben haben. Konkret wird ihm vorgeworfen, Apple-Mitarbeiter aufgefordert zu haben, zu Vorstellungsgesprächen bei OpenAI Bauteile des Konzerns mitzubringen. Apple sieht darin eine gezielte Strategie von OpenAI, an vertrauliche Informationen zu gelangen.
Weiterer Ex-Mitarbeiter und Jony Ive
Der zweite verklagte Ex-Mitarbeiter soll über einen mitgenommenen Computer als OpenAI-Beschäftigter auf vertrauliche Daten von Apple zugegriffen haben. OpenAI hatte zudem Jony Ive (59) verpflichtet, den langjährigen Design-Chef von Apple, der maßgeblich die Form von iPhones und MacBooks prägte. Dies dürfte OpenAI attraktiver für weitere Apple-Beschäftigte gemacht haben. Tang Tan gilt als ranghöchster Überläufer.
Hintergrund der Partnerschaft
Apple und OpenAI sind seit mehreren Jahren Partner bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz auf Apple-Geräten. iPhone-Nutzer können Anfragen, die Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterleiten. Medienberichten zufolge hatte OpenAI vor einigen Monaten selbst eine Klage gegen Apple wegen Vertragsbruchs erwogen, da sich die Partnerschaft schlechter entwickelt habe als erwartet.
Von OpenAI gab es bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Die Klage wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Rivalität zwischen den Tech-Giganten im Bereich der Künstlichen Intelligenz.



