Elektrofähre 'The Baltic Whale' startet emissionsfreien Frachtverkehr zwischen Dänemark und Deutschland
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) lobt die neue Frachtfähre als einen Meilenstein für die klimafreundliche Schifffahrt. Die Reederei Scandlines hat zwischen dem schleswig-holsteinischen Puttgarden und dem dänischen Rødby eine batterieelektrische Frachtfähre in Betrieb genommen, die den Gütertransport zwischen Deutschland und Dänemark emissionsfrei ermöglicht.
Technische Details und Betrieb
Die Fähre 'The Baltic Whale' verfügt über eines der weltweit größten Batteriesysteme an Bord einer Fähre, mit einer Kapazität von zehn Megawattstunden. Sie kann im Regelbetrieb rein elektrisch verkehren, wobei Dieselgeneratoren für Notfälle bereitstehen. Mit einer Länge von gut 174 Metern bietet das Schiff auf zwei Decks Platz für 66 Lkw, inklusive Gefahrgut wie Batterien. Im Hafen lädt es in nur zwölf Minuten genug Strom für die 45-minütige Überfahrt.
Auswirkungen und Konkurrenz
Durch den Einsatz der neuen Fähre kann Scandlines auf der Route nun 27 Prozent mehr Fracht transportieren. Die alte Frachtfähre, die bisher auf der Strecke Puttgarden-Rødby und ersatzweise zwischen Rostock und Gedser im Einsatz war, wird demnächst aus dem Betrieb genommen. Gleichzeitig entsteht am Meeresboden ein Autobahn- und Bahntunnel, der offiziell 2029 eröffnet werden soll, aber aufgrund von Bauproblemen möglicherweise erst 2031 fertig wird. Sobald diese feste Beltquerung steht, könnte sie mit den Fähren um günstigere Gebühren konkurrieren.
Internationaler Vergleich und Lob
In Übersee sind noch stärkere Batterieschiffe unterwegs, wie die Passagierfähre 'China Zorrilla' in Australien mit einem 40-Megawattstunden-Akku oder Flusscontainerschiffe in China mit über 50 Megawattstunden Kapazität. Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger betont: "Die Jungfernfahrt der 'The Baltic Whale' ist ein wichtiger Meilenstein für den Klimaschutz in der Schifffahrt." Für größere Passagierfähren setzt Scandlines bereits seit 2013 Hybridschiffe ein, die Batteriepakete zur Unterstützung von Dieselgeneratoren nutzen.



