Lyten-Übernahme von Northvolt-Tochter in Heide: Verhandlungen dauern an
Lyten-Übernahme von Northvolt-Tochter: Verhandlungen laufen

Verhandlungen über Lyten-Übernahme der Northvolt-Tochter in Heide laufen weiter

Die Gespräche zwischen der Bundesregierung, der KfW und dem Land Schleswig-Holstein mit dem US-Unternehmen Lyten über die geplante Übernahme der deutschen Tochter des insolventen schwedischen Batterieherstellers Northvolt dauern an. Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens (CDU) betonte im Wirtschaftsausschuss des Landtags, dass Lyten weiterhin großes Interesse signalisiere, in das Projekt einzusteigen. Allerdings liegen noch keine konkreten Details vor, wie Carstens erklärte: „Aber viel konkreter kann ich Ihnen das gar nicht berichten, weil uns auch nichts Konkreteres vorliegt.“

Zeitplan und Hintergründe der Übernahmepläne

Lyten hatte zuletzt angekündigt, einen Abschluss der Übernahme bis zum Ende des ersten Quartals anzustreben. Ursprünglich war die finale Vertragsunterzeichnung bereits bis Ende 2025 geplant gewesen. Northvolt wollte ursprünglich bei Heide eine Batteriefabrik mit rund 3.000 Arbeitsplätzen errichten, ist inzwischen aber insolvent geworden. Deshalb verhandelt Lyten nun über den Bau einer deutlich kleineren Produktionsstätte für Batterien am selben Standort.

Kritik an der Verwendung von Steuergeldern

Die SSW-Wirtschaftspolitikerin Sybilla Nitsch kritisierte die Pläne und forderte eine Risikoeinschätzung von der Landesregierung. Sie wies darauf hin, dass die zu übernehmende deutsche Northvolt-Tochter mit Steuergeld finanziert worden sei. Northvolt hatte von der staatlichen Förderbank KfW für den geplanten Fabrikbau bei Heide eine Wandelanleihe über rund 600 Millionen Euro erhalten, wobei Bund und Land jeweils zur Hälfte bürgten. Ein Teil des Geldes wurde bereits verbaut oder für Käufe eingesetzt, aber mehr als 200 Millionen Euro sollen noch erhalten sein.

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Carstens betonte, dass die Sicherung der noch vorhandenen Mittel aus der Wandelanleihe und die Übernahme der Northvolt-Tochter zwei komplett voneinander getrennte Verfahren seien. Staatskanzlei Dirk Schrödter (CDU) ergänzte: „Wir können doch erst mal froh und dankbar sein, dass es einen Investorenwillen gibt, dort eine Investition auch zu tätigen.“ Zudem habe Lyten bislang nicht die Frage nach Fördermitteln aufgeworfen.

SPD sieht direkten Zusammenhang

Für SPD-Wirtschaftspolitiker Kianusch Stender gibt es jedoch keine Trennung zwischen den Verfahren. Er argumentierte: „300 Millionen Euro schleswig-holsteinisches Steuergeld sind versenkt worden in diesem Projekt.“ Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) habe erklärt, das Geld sei nicht weg, sondern verbaut – auf der Baustelle, die Lyten jetzt übernehmen möchte. Stender sieht darin einen direkten Zusammenhang und fordert Transparenz.

Die Verhandlungen bleiben somit im Fluss, während die Beteiligten auf eine Klärung der offenen Fragen hoffen. Die Landesregierung setzt weiter auf eine positive Entwicklung, um die Batterieproduktion in Heide zu sichern und Arbeitsplätze zu schaffen.

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