Cyberangriff auf Kunstsammlungen Dresden: Angriff dauerte mehrere Tage, Täter unbekannt
Cyberangriff auf SKD dauerte mehrere Tage – Täter unbekannt

Angriff dauerte mehrere Tage

Der Cyberangriff auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) war möglicherweise schwerwiegender als zunächst angenommen. Wie aus der Antwort des sächsischen Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt (Linke) hervorgeht, zog sich die Tat über einen Zeitraum von mehreren Tagen hin – konkret vom 17. bis 21. Januar 2026. Dies deutet darauf hin, dass die Angreifer über einen längeren Zeitraum Zugriff auf die Systeme hatten, was das Ausmaß des Schadens vergrößern könnte.

Ermittlungen gegen Unbekannt

Die Antwort des Ministeriums zeigt auch, dass die Ermittlungen weiterhin im Dunkeln tappen. „Der Tatort im Sinne des Handlungsortes des Täters oder der Täter ist unbekannt. Das Verfahren richtet sich gegen unbekannt und ist noch anhängig“, heißt es wörtlich. Zuständig ist die Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime (ZCS) bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Sachsens oberster Strafverfolgungsbehörde. Diese Einheit ist normalerweise für Staatsschutzdelikte, Organisierte Kriminalität und Spionage zuständig, was die Schwere des Angriffs unterstreicht.

Kritik an mangelnder Vorbereitung

Rico Gebhardt sieht trotz der laufenden Ermittlungen erhebliche Defizite bei der Prävention. „Einen konkreten Tatverdacht gegen bestimmte mögliche Beteiligte gibt es also nicht, und wohl auch keine heiße Spur zu ihrem Aufenthaltsort“, kritisierte der Abgeordnete. Er monierte zudem, dass weitere Fragen nach Tathintergründen und -zusammenhängen, etwa zu einem geplanten Raub, abgeblockt würden. Auch Spekulationen über mögliche Drahtzieher im Ausland blieben offiziell unkommentiert, würden aber auch nicht bestritten.

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Gebhardt zeigte jedoch Verständnis für die Zurückhaltung der Behörden: „Die Zurückhaltung verstehe ich. Denn die Ermittlungen laufen weiter und sind hoch angebunden.“ Er betonte, dass die Ermittlungen mit Hochdruck erfolgten, doch der Fall zeige Nachbesserungsbedarf in Sachsen, insbesondere im Vorfeld von Cyberkriminalität. „Im Gleichlauf mit zunehmender Digitalisierung müssen staatliche Einrichtungen auf technischer Ebene gezielt ertüchtigt werden, damit sie Cyberangriffe abwehren können“, forderte Gebhardt.

Auswirkungen und Ausblick

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zählen zu den bedeutendsten Kultureinrichtungen Deutschlands. Ein derartiger Cyberangriff könnte nicht nur sensible Daten gefährden, sondern auch das Vertrauen in die digitale Infrastruktur öffentlicher Institutionen erschüttern. Da die Täter weiterhin unbekannt sind und das Verfahren noch anhängig ist, bleibt abzuwarten, ob die Ermittlungen zu konkreten Ergebnissen führen. Der Fall unterstreicht die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität und die Notwendigkeit verstärkter Schutzmaßnahmen.

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