ZEW-Studie enthüllt: Cyberangriffe legen Betrieb bei vielen deutschen Unternehmen lahm
Eine aktuelle repräsentative Befragung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus Mannheim zeigt alarmierende Ergebnisse: Hacker haben im vergangenen Jahr bei zahlreichen Unternehmen in Deutschland erhebliche Schäden verursacht. Die Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verdeutlicht, dass der jüngste großangelegte Cyberangriff auf die Deutsche Bahn bei weitem kein Einzelfall war.
Informationswirtschaft und Industrie besonders betroffen
In der Informationswirtschaft, die unter anderem IT- und Mediendienstleister umfasst, gab ungefähr jedes siebte Unternehmen an, im Jahr 2025 Schäden durch Cyberangriffe erlitten zu haben. In der Industrie war der Studie zufolge etwa jede achte Firma von solchen Attacken betroffen. Besonders auffällig ist, dass größere Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten häufiger ins Visier der Hacker geraten.
In der Informationswirtschaft meldete ein Fünftel dieser größeren Firmen Schäden, in der Industrie waren es 17 Prozent. Studienleiter Daniel Erdsiek betont, dass für die Geschäftsabläufe der meisten Unternehmen möglichst reibungslos funktionierende IT-Systeme essenziell sind. „Der jüngste Hackerangriff auf die Deutsche Bahn verdeutlicht aber, welchen Cyberbedrohungen Unternehmen hierbei täglich ausgesetzt sind“, teilte er mit.
Deutsche Bahn als aktuelles Beispiel
Die Deutsche Bahn (DB) war im Februar einem großangelegten Cyberangriff ausgesetzt, der erhebliche Auswirkungen auf die Buchungs- und Auskunftssysteme des Konzerns hatte. Betroffen waren sowohl die Buchungsapp DB-Navigator als auch die Internetseite bahn.de. Dieses Beispiel zeigt, wie verwundbar selbst große Infrastrukturbetreiber gegenüber digitalen Attacken sind. Aber auch zahlreiche andere Unternehmen berichten immer wieder von ähnlichen Hackerattacken, die ihre Betriebsabläufe massiv stören.
Betriebsunterbrechung als häufigste Folge
Am häufigsten berichteten die Unternehmen in der ZEW-Befragung, dass durch die Cyberangriffe der Betrieb unterbrochen wurde. In der Informationswirtschaft kam dies mit 9 Prozent der betroffenen Firmen etwas häufiger vor als in der Industrie mit 7 Prozent. Finanzielle Verluste, Lösegeldforderungen und der Abfluss sensibler Daten meldeten die Firmen ebenfalls, allerdings in deutlich geringerem Umfang als die Betriebsunterbrechungen.
Die Umfrage, an der sich im Dezember und Januar rund 1.100 Unternehmen beteiligten, unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit in allen Wirtschaftsbereichen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Cyberangriffe keine Randerscheinung mehr sind, sondern zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland geworden sind.



