Tödlicher Tesla-Unfall in Texas: NHTSA untersucht Rolle von FSD-Software
Tödlicher Tesla-Unfall: NHTSA untersucht FSD-Software

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat am Montag eine Untersuchung zu einem tödlichen Unfall mit einem Tesla Model 3 im US-Bundesstaat Texas eingeleitet. Dabei steht die Frage im Raum, ob das Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ (FSD) zum Zeitpunkt des Unglücks aktiv war. Der Vorfall ereignete sich am 19. Juni, als das Fahrzeug in ein Haus krachte und eine 76-jährige Frau tötete, die laut dem „Guardian“ vor dem Gebäude stand und von dem Wagen erfasst wurde.

Musk weist Vorwürfe zurück

Tesla-Chef Elon Musk wies auf der Plattform X eine Beteiligung von FSD zurück. Er schrieb: „FSD fährt in Wohngebieten langsam, und hier handelte es sich um einen Hochgeschwindigkeitsunfall. Ja, das ergibt keinen Sinn.“ Welches System der Fahrer tatsächlich nutzte, ist bislang unklar. Die NHTSA hat seit 2016 knapp 50 Sonderuntersuchungen zu Tesla-Unfällen mit Verdacht auf Autopilot-Nutzung eingeleitet, bei denen rund zwei Dutzend Menschen ums Leben kamen. Zuletzt weitete die Behörde ihre Prüfungen von Millionen Tesla-Fahrzeugen wegen möglicher Software-Mängel und Verkehrsverstöße aus.

Schweden blockiert europaweite Zulassung

Nicht nur in den USA werden Fragen zu Teslas Fahrassistenzsystem laut. Auch die schwedische Verkehrsverwaltung TRV hat Bedenken geäußert. In einem Brief vom 30. April an das Technische Komitee für motorisierte Fahrzeuge (TCMV) der Europäischen Union schlägt Schweden vor, gegen die europaweite Zulassung von FSD zu stimmen, solange Tesla nicht die Funktion abschaltet, mit der Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten werden können. Das TCMV trifft sich am 30. Juni zu den nächsten Beratungen über eine europaweite Freigabe.

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In einigen Ländern hat Tesla bereits die Freigabe für die überwachte Version von FSD erhalten. Die europaweite Genehmigung steht jedoch noch aus. In Deutschland liegt das Thema beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Tesla antwortete nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

FSD-Handbuch warnt vor Überschreitung

Im Handbuch von FSD heißt es, dass Fahrer sich nicht allein auf das System verlassen sollen und ihre Geschwindigkeit an Verkehr und Straßenbedingungen anpassen müssen. Allerdings erlaubt das System den Nutzern, Geschwindigkeitsbegrenzungen gezielt zu überschreiten. Laut dem Brief, den Reuters über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat, riskiere dies, sowohl den Rechtsrahmen als auch die erwarteten Sicherheitsvorteile des automatisierten Fahrens zu unterminieren.

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