KI-Expertentreff in Berlin: Google-Center als Hotspot für Innovation
KI-Expertentreff in Berlin: Google-Center als Hotspot

Anfang März öffnete Googles erstes Berliner KI-Center in der Tucholskystraße in Berlin-Mitte seine Türen. Seit der Eröffnung fanden dort bereits rund 30 kleinere Events und ein Forum namens „Future of Science in the Age of AI“ statt. Nun trafen sich bei Google Forscher, politische Entscheidungsträger und Gründer zum „Better World Summit“ (Gipfel für eine bessere Welt). Das Event wurde zusammen mit der London School of Economics (LSE) durchgeführt. Diese Wirtschaftsuniversität liegt im weltweiten Ranking knapp hinter der Harvard University. Rund ein Viertel aller Wirtschaftsnobelpreise ging bisher an LSE-Absolventen. Auch John F. Kennedy, Monica Lewinsky und Mick Jagger besuchten diese Hochschule.

Datenschatz und KI-Ethik im Fokus

Beim „Better World Summit“ in Googles neuem KI-Center sprachen rund 120 Gäste über das weltweite KI-Rennen und die verantwortungsvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Für Robert Heinrich vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) besteht der Datenschatz Europas nicht in Social-Media-Daten, sondern im sicheren Teilen von Industrie- und Verwaltungsdaten. Was er im KI-Rennen fordert: „Wir müssen Talente halten, unsere Rechenleistung vervierfachen und unsere Datennutzung erleichtern.“ Slav Petrov, Vizepräsident für Forschung bei Google DeepMind, pochte in seiner Keynote auf Ethik bei der KI-Nutzung: „Verantwortung ist kein Hindernis für Innovation – sie ist das Fundament“, sagte er.

Globale Normen und europäische Werte

Franziska Weindauer, Gründerin des TÜV-AI-Labs, sieht den Technischen Überwachungsverein (TÜV) als Ermöglicher für Sicherheit und Standards auf globaler Ebene. „Gerade im Cybersecurity-Bereich brauchen alle großen Player globale Normen“, sagte sie beim KI-Gipfel in Berlin. Der IT-Professor Youngjin Yoo von der London School of Economics ist überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Welt zu einem besseren Platz machen kann. „Europa ist auf alle Fälle ein Ort auf dieser zunehmend feindseligen Welt, der sehr viel zu bieten hat, in puncto Humanität und Menschenrechte.“ Er wandte aber auch ein: „Natürlich müssen wir sehen, dass die Technologie uns dient, und nicht wir der Technologie.“

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Berlin als Top-Standort für KI-Start-ups

LSE Generate, der Inkubator für Unternehmensgründungen der London School of Economics, will mit dem Launch seines International Chapter Berlin eine direkte Brücke zwischen dem britischen und dem Berliner Start-up-Ökosystem schlagen. Das Netzwerk bringt unternehmerische Alumni und Studierende einer der weltweit führenden Universitäten direkt nach Berlin. Über Formate wie Panels, Workshops und koordinierte Netzwerke sollen internationale Investoren und Risikokapitalgeber gezielt an den Standort Berlin herangeführt werden. Stefan Franzke, der Chef der Wirtschaftsförderung Berlin Partner, sieht in Künstlicher Intelligenz den zentralen Wachstumstreiber für den Wirtschaftsstandort Berlin und bewertet das Engagement großer Tech-Konzerne wie Google als großen Erfolg und klares Bekenntnis für die Hauptstadt. Franzke betont, dass Berlin ein führender KI-Hotspot in Europa ist. KI und Deeptech stehen im Fokus seiner internationalen Vermarktungsstrategie („Invest in Berlin“). 2025 kamen zwar etwas weniger Unternehmen nach Berlin. Mit 970 Millionen Euro an Investitionsvolumen verzeichnet Berlin Partner aber das drittbeste Ergebnis der vergangenen 15 Jahre.

KI als Hoffnungsträger in der Krise

In der Krise Deutschlands ist Künstliche Intelligenz einer der Hoffnungsträger: Ein Drittel aller deutschen KI-Start-ups sitzt immerhin bereits in Berlin. Besonders gut aufgestellt sei man in Berlin bei der KI-Forschung, so Franzke. Googles wachsende KI-Präsenz in Berlin könnte die Hauptstadt als Pionier für Europas Tech-Zukunft stärken.

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