Studie: 73 Prozent der Deutschen nutzen KI – Weiterbildung hinkt hinterher
73 Prozent der Deutschen nutzen KI – Weiterbildung hinkt

Künstliche Intelligenz ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie nutzen bereits 73 Prozent der Bundesbürger KI-Tools zumindest gelegentlich. Jeder Dritte (34 Prozent) greift mindestens wöchentlich auf KI zurück, 15 Prozent sogar täglich. Weitere 24 Prozent verwenden sie gelegentlich.

Große Unterschiede zwischen privater und beruflicher Nutzung

Während die private Nutzung von KI stetig zunimmt, hinkt die betriebliche Weiterbildung hinterher. Eine Forsa-Studie im Auftrag des TÜV-Verbands ergab, dass 56 Prozent der Unternehmen mit KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot arbeiten. Allerdings sieht jedes zweite Unternehmen einen großen Schulungsbedarf. Nur 21 Prozent der Erwerbstätigen haben bisher an einer betrieblichen KI-Fortbildung teilgenommen. Zwölf Prozent der beruflichen Nutzer setzen KI sogar ohne Wissen ihres Arbeitgebers ein.

Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, betont: „Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen längst im Arbeitsalltag angekommen, aber der Kompetenzaufbau hält mit der Nutzung nicht Schritt.“ Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst ergänzt: „Deutschland muss KI nicht nur nutzen, sondern mitgestalten und die Skeptiker dabei mitnehmen.“

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US-Anbieter dominieren den Markt

Die KI-Szene wird eindeutig von amerikanischen Anbietern bestimmt. ChatGPT führt mit 71 Prozent, Gemini liegt bei 50 Prozent, Copilot bei 43 Prozent. Grok (6 Prozent) und Claude (5 Prozent) sind Nischenprodukte. Die europäische Alternative Le Chat von Mistral kommt auf magere vier Prozent. Diese Dominanz bereitet vielen Sorgen: 72 Prozent der Bundesbürger sehen eine zu große Abhängigkeit von den USA. Wintergerst warnte davor, diese Abhängigkeit hinzunehmen. Europa müsse massiv in eigene Technologien investieren und bessere Rahmenbedingungen schaffen, um im globalen Wettlauf nicht noch mehr zu einer „digitalen Kolonie“ zu verkommen.

Große Unternehmen als Vorreiter

Auffällig sind die Unterschiede je nach Betriebsgröße: Große Organisationen nutzen KI häufiger als kleine und mittlere Unternehmen. „Angesichts der Bedeutung von Künstlicher Intelligenz geht der Kompetenzaufbau insbesondere im Mittelstand nur langsam voran“, so Bühler. Die Studienergebnisse zeigen, dass Deutschland vor großen Herausforderungen steht, um im Bereich KI wettbewerbsfähig zu bleiben und die Abhängigkeit von US-Technologien zu verringern.

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