Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss einen weiteren Rückschlag im Nachwuchsbereich hinnehmen. Das 16-jährige Bayern-Talent Filip Pavic wird künftig für die kroatische Nationalmannschaft auflaufen und nicht mehr für deutsche Nachwuchsteams. Der kroatische Fußballverband gab bekannt, dass der Innenverteidiger bereits für die U17-Europameisterschaft in Estland (25. Mai bis 7. Juni) nominiert wurde.
Pavic galt beim DFB als große Zukunftshoffnung. Er absolvierte zwei Spiele für die deutsche U15 und elf für die U16, die er im März sogar als Kapitän aufs Feld führte. Nach Gesprächen mit kroatischen Verbandsfunktionären in München fiel jedoch die Entscheidung zugunsten des Heimatlandes seiner Eltern.
Der Deutsch-Kroate aus Freising betonte, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei. Er empfinde große Dankbarkeit und Liebe für Deutschland, wo er aufgewachsen sei und das Fußballspielen gelernt habe. Gleichzeitig spüre er seine kroatischen Wurzeln sehr stark und wolle Kroatien international vertreten.
Eine Rückkehr zum DFB wäre theoretisch bis zu einem Pflichtspiel in der A-Nationalmannschaft möglich, doch Beispiele wie Josip Stanisic zeigen, dass dieser Schritt selten rückgängig gemacht wird. Beim FC Bayern gilt Pavic als eines der größten Defensivtalente. Im März debütierte er als jüngster Bayern-Profi in der Champions League gegen Atalanta Bergamo.
Pavic besitzt in München einen Vertrag bis 2029 und trainiert regelmäßig bei den Profis unter Trainer Vincent Kompany. Er kann nicht nur in der Innenverteidigung, sondern auch als Rechtsverteidiger oder im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Sein Berater ist Dieter Hoeneß, der Bruder von Bayern-Patron Uli Hoeneß.



