KI-System in Rostocker Hautklinik soll Stürze von Patienten frühzeitig erkennen und verhindern
KI in Rostocker Hautklinik erkennt Sturzrisiken bei Patienten

KI-gestütztes Monitoring in Rostocker Hautklinik: Ein Schritt zur Sturzprävention

In der Rostocker Universitäts-Hautklinik läuft derzeit eine innovative Studie, die darauf abzielt, Stürze im Krankenhausbetrieb mithilfe künstlicher Intelligenz frühzeitig zu erkennen und bestenfalls zu verhindern. Birgit Krönes, stellvertretende Stationsleiterin, beobachtet auf ihrem Bildschirm Messergebnisse aus den Patientenzimmern. Ein langer, gerader Strich signalisiert, dass ein Patient nicht mehr im Bett liegt – ein potenzielles Risiko für Stürze, die besonders bei älteren Menschen gravierende Folgen wie Brüche oder verlängerte Krankenhausaufenthalte haben können.

Technologie und Praxis im Einklang

Die Studie nutzt ein KI-gestütztes Patientenmonitoringsystem der Hypros GmbH mit Standorten in Stralsund und Lübeck. Sensoren in vier Patientenzimmern erfassen Parameter wie Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, Temperatur, Lautstärke und Bewegungen. Ein unspektakuläres weißes Kästchen an der Decke, das an einen Brandmelder erinnert, enthält Thermal- und Distanzsensoren sowie eine RGB-Kamera. Diese Technik liefert anonymisierte Daten, aus denen intelligente Algorithmen Risiken wie Unruhephasen oder drohende Sturzgefahren erkennen.

Forschungskoordinator Dr. Tobias Fischer erklärt, dass die Studie Muster identifizieren soll, die auf mögliche Stürze hindeuten. Faktoren wie Gangunsicherheit oder Medikamenteneinnahme erhöhen das Sturzrisiko, und das System soll Pflegekräfte über ein Online-Portal alarmieren, um gezielt reagieren zu können. Im konkreten Fall konnte Birgit Krönes eine Patientin schnell auf dem Flur lokalisieren, nachdem das System deren Abwesenheit vom Bett erkannt hatte.

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Freiwillige Teilnahme und ethische Aspekte

Die Teilnahme an der Studie ist für Patienten freiwillig und wird nach Aufklärung durch Ärzte gestartet. Kerstin Osthoff, eine ehemalige Patientin, berichtet, dass sie über die Technik informiert wurde und zugestimmt hat, nachdem ihr Versicherungen zum Datenschutz gegeben wurden. Die Ethikkommission hat die Studie bewertet und zugestimmt, was laut Dr. Fischer gesetzlich erforderlich war. Für die aktuellen Teilnehmer ergibt sich kein persönlicher Nutzen, aber die Forschung legt Grundsteine für künftige Sicherheitsstandards.

Silvia Rydlewicz, Geschäftsführerin des Mittelstand-Digitalzentrums Rostock, betont, dass die Hypros GmbH einen Praxispartner suchte und die Universitätsmedizin Rostock ideal für die Erprobung ist. Die Hautklinik unter Prof. Steffen Emmert behandelt viele ältere Patienten, darunter solche mit beginnender Demenz, die besonders sturzgefährdet sind. Das Digitalzentrum, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit 5,5 Millionen Euro über drei Jahre, unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen in Branchen wie Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik.

Vorteile für Pflegekräfte und künftige Patienten

Birgit Krönes und andere Pflegekräfte sehen in dem neuen Monitoring eine Chance, noch schneller Hilfe leisten zu können. Sie laufen bereits mehrere Kilometer pro Schicht für regelmäßige Kontrollen, aber das System ermöglicht eine präzisere Überwachung. Dr. Fischer hofft, dass die Studie dazu beiträgt, neue Sicherheitsstandards zu etablieren und künftige Patienten besser vor Stürzen zu schützen. Die Technologie, obwohl äußerlich unscheinbar, hat das Potenzial, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern und die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals zu optimieren.

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