Einem spanischen Obstbauern drohen bis zu 288.000 Euro Geldstrafe und im schlimmsten Fall sogar drei Jahre Gefängnis. Der Grund: Er hat Nektarinen angebaut – genauer gesagt, die patentierte Sorte „Nectadiva“. Die süßen Früchte seiner 5.000 Bäume könnten ihn nun teuer zu stehen kommen.
Der Vorwurf: Unrechtmäßige Vermehrung
Ein französisches Agrarunternehmen hatte die Sorte „Nectadiva“ patentieren lassen. Der spanische Landwirt kaufte ursprünglich einige Bäumchen dieser Sorte, vermehrte sie jedoch eigenmächtig weiter, bis ein stattlicher Obsthain entstand. Nach Ansicht des Unternehmens und der spanischen Guardia Civil handelt es sich dabei um eine Straftat: die unrechtmäßige Vermehrung einer patentierten Pflanzensorte.
Ermittlungen mit Massen-Gentest
Die Ermittlungen dauerten über ein Jahr. Um den Landwirt zu überführen, setzte die Polizei einen Massen-Gentest ein – eine Methode, die sonst bei Mord und Totschlag angewendet wird. So konnte die illegale Vermehrung der Nektarinenbäume nachgewiesen werden.
Drakonische Strafen drohen
Dem Obstbauern droht nun eine Geldstrafe von bis zu 288.000 Euro oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Der Fall wirft Fragen auf: Ist der Anbau von Obst wirklich eine kriminelle Handlung? Oder schützt das Patentrecht hier übermäßig die Interessen großer Agrarunternehmen?
Die Justiz wird nun entscheiden müssen, ob der Landwirt tatsächlich eine Straftat begangen hat oder ob es sich um einen Fall von überzogenem Patentschutz handelt. Klar ist: Die süßen Früchtchen sind für den Bauern zu einem bitteren Kriminalfall geworden.



