Raumfahrtkonzern OHB erzielt Rekordaufträge durch Verteidigungsboom
Der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB verzeichnet ein außergewöhnliches Wachstum, das maßgeblich auf die steigende Nachfrage nach Verteidigungstechnologie aus dem Weltraum zurückzuführen ist. Bei der Vorstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 teilte das Unternehmen mit, dass der Auftragsbestand mit knapp 3,2 Milliarden Euro einen historischen Höchststand erreicht hat. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei rund 2,4 Milliarden Euro, was eine deutliche Steigerung innerhalb eines Jahres markiert.
Verteidigung als Wachstumstreiber
OHB-Chef Marco Fuchs betonte bei der Bilanzpressekonferenz in Bremen, dass das Thema Verteidigung eine immer größere Rolle spiele und dem Unternehmen weitere Wachstumsperspektiven eröffne. „Deutschland verfolgt einen neuen strategischen Ansatz für die Raumfahrt und plant Investitionen von 35 Milliarden Euro für militärische Weltrauminfrastruktur“, erklärte Fuchs. Zudem verwies er auf das Rekordbudget der europäischen Raumfahrtbehörde Esa sowie auf erhebliche Investitionen der Europäischen Union in Verteidigung und Raumfahrt.
Die meisten Aufträge stammen aus dem Bereich Space Systems, der sich mit der Entwicklung und dem Bau von Satelliten befasst. Dieser Sektor profitiert besonders von der zunehmenden Bedeutung des Weltraums für sicherheitspolitische Zwecke.
Wichtige Geschäftszahlen im Überblick
Die finanzielle Performance von OHB im Geschäftsjahr 2025 zeigt eindrucksvolle Ergebnisse:
- Umsatz: Rund 1,2 Milliarden Euro, nach etwa 1 Milliarde Euro in den beiden Vorjahren
- Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit): Rund 73 Millionen Euro, nach 14 Millionen Euro im Vorjahr und 125 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2023
- Konzernjahresüberschuss: Etwa 50 Millionen Euro, nach 903.000 Euro im vorigen Geschäftsjahr und knapp 86 Millionen Euro in 2023
Zukunftsaussichten und Unternehmensstruktur
Der Konzern blickt zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr und die Zukunft. Dank der vollen Auftragsbücher und der anhaltend hohen Nachfrage bestehe eine gute und langfristige Planungssicherheit. OHB zählt zu den führenden Raumfahrtunternehmen Europas und beschäftigt rund 3.800 Mitarbeiter in verschiedenen Ländern, davon etwa 1.300 am Hauptstandort in Bremen. Ein weiterer deutscher Standort befindet sich in Oberpfaffenhofen bei München.
Das börsennotierte Unternehmen plant für das Geschäftsjahr 2025, der Hauptversammlung eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie vorzuschlagen. Die Gründerfamilie Fuchs hält mit rund 65 Prozent den Großteil der Aktien und prägt somit weiterhin die strategische Ausrichtung des Konzerns.



