Russlands unkonventioneller Bodenroboter: Stahlseile als Drohnenabwehr
Was auf den ersten Blick wie eine fahrende Metallgartenlaube wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Russlands neueste militärische Entwicklung. Der Bodenroboter mit dem Namen "Depesha" verfügt über seitliche Schleudervorrichtungen mit rotierenden Stahlseilen, die gezielt zur Abwehr ukrainischer Drohnen eingesetzt werden sollen.
Technische Besonderheiten des "Depesha"-Roboters
Der unbemannte Bodenroboterkomplex (NRTK) ist mit einem Rundum-Stahlschutz ausgestattet. An jeder der vier Seiten befinden sich Drehachsen, an denen lange, dünne Stahlseile befestigt sind. Durch schnelle Rotation sollen diese Seile in der Lage sein, ukrainische FPV-Drohnen (First Person View) entweder herunterzureißen oder zur Seite zu schleudern.
Ein russischer Kommandant des 70. Garde-Motorschützenregiments mit dem Rufnamen "Struk" erklärte in einem Fernsehbeitrag des Senders "Rossija-1": "Wenn die FPV versuchen zuzuschlagen, werden sie entweder von diesen Drahtseilen heruntergerissen oder zur Seite geschleudert." Die Testfahrten fanden auf dem gefrorenen Frontboden im Ukrainekrieg statt.
Reaktionen und Analysen aus der Ukraine
Ukrainische Militäranalysten, die über Plattformen wie "BTVT.info" und "Focus" berichten, verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Sie sprechen von einem "Roboter mit Anti-Drohnen-Ventilator" und weisen darauf hin, dass die Tests aktuell in den kontrollierten Gebieten der Region Saporischschja durchgeführt werden.
Laut Analysen des "Focus"-Portals bietet die ungewöhnliche Seilvorrichtung sowohl Vor- als auch Nachteile:
- Vorteile: Die Stahlseile sind leichter als herkömmliche Flügelkonstruktionen und führen bei Bodenberührung nicht zur Zerstörung der Abwehrmechanik.
- Nachteile: Der Mechanismus zum Drehen der Seile nimmt erheblichen Platz ein und beansprucht fast den gesamten nutzbaren Innenraum der Schutzkonstruktion.
Entwicklungsgeschichte und Patente
Die Idee, Drohnen mithilfe des Ventilator-Prinzips abzuwehren, ist nicht vollständig neu. Bereits im Dezember 2023 wurden in Russland erste Patente für die Verwendung von Stahldrähten zur Drohnenabwehr angemeldet. Frühere patentierte Konstruktionszeichnungen sahen allerdings noch den Einsatz von Flügeln vor.
Die Analysten schätzen, dass die Russen etwa zwei Jahre benötigt haben, um die Idee mit den rotierenden Seilen von der Patentierung bis zur ersten Testfahrt umzusetzen. Ein prorussischer Militärblog namens "Warhronika" kommentierte die Entwicklung via Telegram: "Warum nicht? Physischer Schutz umfasst nicht nur Schirme und Schutzgrills, sondern manchmal auch etwas im Stil von Roboterkämpfen."
Militärstrategische Bedeutung
Die ukrainischen Analysten räumen ein, dass der neue Bodenroboter von einer "ständigen Suche der Besatzer nach neuen technologischen Lösungen zur Bekämpfung unbemannter Fluggeräte" zeugt. Obwohl die aktuelle Konstruktion noch als fehleranfällig eingeschätzt wird, rechnen Experten damit, dass "in naher Zukunft mit der Einführung ähnlicher experimenteller Systeme" im Ukrainekrieg zu rechnen ist.
"Die russische Föderation sucht stetig nach Möglichkeiten, um die Effizienz ihrer Verteidigungsmittel auf dem Schlachtfeld zu verbessern", schreibt das "Focus"-Portal. Die unkonventionelle Herangehensweise zeigt, wie sich militärische Technologien im Zuge des Ukrainekriegs weiterentwickeln und anpassen.



