Apple verhandelt einem Medienbericht zufolge mit zwei chinesischen Halbleiterherstellern über den Kauf von Speicherchips, die auf einer Sperrliste des Pentagons stehen. Das US-Tech-Unternehmen will damit die Auswirkungen des weltweiten Mangels an Speicherchips abfedern, der Apple bereits zu Preiserhöhungen in der gesamten Produktpalette gezwungen hatte.
Verhandlungen mit CXMT und YMTC
Der iPhone-Hersteller möchte Speicherbausteine von ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC) erwerben, die in Geräten verwendet werden sollen, die in China verkauft werden. Das berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Gespräche zwischen Apple und den beiden Unternehmen dauern noch an, und es wurde bislang keine endgültige Vereinbarung getroffen, sagten die Personen, die anonym bleiben wollten, da sie über vertrauliche Verhandlungen sprachen.
Politische Implikationen
Apples Bemühungen umfassen demnach auch Gespräche von dem Vorstandsvorsitzenden Tim Cook mit Vertretern der Trump-Regierung, darunter Finanzminister Scott Bessent. Ziel sei es, die politischen Folgen eines möglichen Geschäfts mit den chinesischen Chipherstellern abzumildern. Sowohl CXMT als auch YMTC stehen auf einer kürzlich aktualisierten Liste des US-Verteidigungsministeriums mit chinesischen Unternehmen, die nach Auffassung der USA das Militär der chinesischen Regierung unterstützen.
Hintergrund des Chipmangels
Der weltweite Mangel an Speicherchips hat die Elektronikbranche hart getroffen. Apple musste bereits die Preise für iPhones, iPads und Macs erhöhen. Durch die mögliche Zusammenarbeit mit den chinesischen Herstellern erhofft sich das Unternehmen, die Lieferkette zu diversifizieren und Engpässe zu vermeiden. Analysten sehen darin jedoch ein Risiko, da die US-Regierung zunehmend Druck auf Unternehmen ausübt, die mit chinesischen Firmen auf der Sperrliste Geschäfte machen.
Reaktionen und Ausblick
Bislang haben weder Apple noch die betroffenen chinesischen Unternehmen offiziell Stellung zu den Verhandlungen genommen. Sollte ein Deal zustande kommen, könnte dies die Spannungen zwischen den USA und China weiter verschärfen. Laut Bloomberg prüft Apple auch alternative Optionen, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferanten zu reduzieren. Der Ausgang der Gespräche bleibt abzuwarten.



