Botticellis Venus: Hatte das Model einen Hirntumor?
Botticellis Venus: Hatte das Model einen Hirntumor?

Seit über 500 Jahren beschäftigt die Kunstwelt ein Rätsel um Botticellis berühmteste Frau: Warum schaut die „Geburt der Venus“ so eigenartig zur Seite? Jetzt liefern Mediziner eine spektakuläre Erklärung: Hinter dem Blick könnte keine künstlerische Laune stecken – sondern ein Tumor im Kopf.

Medizinische Analyse des berühmten Gemäldes

Das geht aus einer Veröffentlichung im Fachjournal Endocrinology, Diabetes & Metabolism hervor. Der Kern der Studie: Die Forscher halten es für wahrscheinlich, dass Simonetta Vespucci – die oft als Modell für Botticellis Venus gilt – an einem Hypophysenadenom litt, also einem meist gutartigen Tumor der Hirnanhangdrüse. Neu ist vor allem, dass sie nicht irgendeinen Tumor gehabt haben könnte, sondern dass eine Hypophysen-Tumor-Apoplexie die Todesursache gewesen sei: ein akutes Anschwellen, Einbluten oder Absterben von Tumorgewebe – ein medizinischer Notfall.

Wie kamen die Forscher zu dieser Erkenntnis?

Der Blick und das Gesicht der Venus gaben bereits 2019 Anlass zur Spekulation. Damals stellten Experten die These auf, Simonetta Vespucci habe an einem Hypophysenadenom gelitten, das Prolaktin und Wachstumshormon ausgeschüttet habe. Als Hinweise nannten sie unter anderem Veränderungen im Gesicht und an den Augen, die sie auf den Porträts zu erkennen glaubten.

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Symptome vor dem Tod

Die neue Studie von 2026 zieht zusätzlich historische Beschreibungen ihrer letzten Tage heran. Laut den Berichten, auf die sich die Autoren stützen, soll Simonetta vor ihrem Tod schwere Beschwerden gehabt haben – darunter Kollaps, starke Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen und Verwirrtheit beziehungsweise Halluzinationen. Genau solche Symptome passen grundsätzlich zu einer Hypophysenapoplexie, die heute als Notfall mit Kopfschmerz, Erbrechen, Sehstörungen oder Bewusstseinsveränderungen beschrieben wird.

Der plötzliche Tod mit 23 Jahren

Simonetta Vespucci starb jung, traditionell wurde häufig Tuberkulose als Todesursache angenommen. Die 2026er-Studie hält dagegen: Ein rasch wachsendes oder einblutendes Hypophysenadenom könne ihre letzten Symptome und den frühen Tod besser erklären. Die Autoren schreiben sinngemäß, sie hielten diese endokrine Notfallsituation für die wahrscheinlichste Todesursache.

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