Riesiges Becken-System unter der Antarktis entdeckt
Riesiges Becken-System unter der Antarktis entdeckt

Forschende entdecken gewaltiges Becken-System unter der Antarktis

Unter der dicken Eisschicht der Antarktis haben Forscher eine riesige geologische Struktur entdeckt. Das System aus V-förmigen Becken erstreckt sich über einen beträchtlichen Teil des Untergrunds und könnte neue Erkenntnisse über die geologische Entwicklung des Kontinents und die Dynamik des antarktischen Eisschilds liefern.

Ein italienisch-britisches Forschungsteam hat die Formation unter dem ostantarktischen Eisschild gefunden. Sie umfasst rund die Hälfte des Gesteins unter dem Eis und liegt mehrere Kilometer unter der Eisdecke verborgen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

„Ostantarktische fächerförmige Beckenprovinz“

Die Wissenschaftler geben der Formation den Namen „Ostantarktische fächerförmige Beckenprovinz“. Die Struktur besteht aus miteinander verbundenen, fächerartig angeordneten Becken, die sich in Richtung Südpol verjüngen. Damit zählt sie zu den größten bislang bekannten zusammenhängenden geologischen Strukturen dieser Art auf der Erde.

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Auffällig ist die Ähnlichkeit zu bereits bekannten subglazialen Landschaften wie dem Aurora-Subglazialbecken oder dem Wostoksee, einem der größten unter dem Eis liegenden Seen.

Puzzle unter dem Eisschild: Einzelstrukturen ergeben Gesamtbild

Lange galten die einzelnen Becken als isolierte geologische Formen. Erst die aktuelle Datenauswertung zeigt: Sie gehören vermutlich zu einem einzigen, großräumigen System. Die Forschenden sprechen von einem Puzzle, dessen Teile erst jetzt zu einem Gesamtbild zusammengesetzt wurden.

Als mögliche Entstehung erklären sie einen Prozess der sogenannten verteilten Rotationsdehnung. Dabei wird die Erdkruste großflächig gedehnt und auseinandergezogen. Die Entdeckung könnte helfen, die Dynamik unter dem Eisschild zu verstehen. Die Forschenden gehen davon aus, dass die Struktur den Eisfluss und die Entwicklung der Landschaft deutlich beeinflusst.

Verbindung zur Kontinentalverschiebung möglich

Neben der aktuellen Eisdynamik sehen die Forschenden auch einen möglichen Bezug zur geologischen Geschichte der Kontinente. Denkbar ist ein Zusammenhang mit der Abspaltung von Australien von der Antarktis. Wann genau die Struktur entstanden ist, bleibt jedoch offen.

Für die Analyse nutzte das Forschungsteam verschiedene Methoden, darunter Messungen von Schwerkraft und Magnetfeldern sowie geophysikalische Modelle des Untergrunds. Ziel ist ein besseres Verständnis dafür, wie stabil das Eis der Antarktis unter dem Einfluss der Erderwärmung ist – und wie sich der Kontinent im Inneren über Millionen Jahre entwickelt hat.

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