Müllproblem in Berlin: Absperrungen statt Lösungen
Im Berliner Stadtteil Wedding sorgt eine bizarre Szene für Aufsehen: Illegal entsorgter Müll an der Transvaalstraße wurde nicht beseitigt, sondern lediglich mit rot-weißen Absperrbaken gesichert. Die Straße zwischen Volkspark Rehberge und Goethepark ist seit Jahren für wilde Müllablagerungen bekannt, die von Entrümplern, Privatpersonen und Handwerkern stammen.
Radweg durch Müllberge blockiert
Der ein Meter breite Radweg ist durch sperrigen Abfall oft nicht mehr passierbar. Im verschneiten Januar reagierte der Bezirk Mitte schließlich – allerdings nicht mit einer Räumung, sondern mit Sicherungsmaßnahmen. „Der schmale Weg wird von Radfahrenden und Fußgängern genutzt, sodass hier leider der Siedlungs- und Gewerbemüll gesichert werden musste, damit sich keiner verletzt“, erklärt Bezirkspresssprecherin Julia Mösch auf Anfrage.
Die schützenden Absperrgitter ragen teilweise bis auf den Gehweg und markieren ein Problem, das niemand zu lösen scheint. Die Frage bleibt: Warum wird der Müll nicht einfach entfernt?
Zuständigkeitswirrwarr zwischen Bezirk und BSR
Das Ordnungsamt selbst ist nicht für die Entsorgung von Müll im öffentlichen Straßenland zuständig. Meldungen über das Portal „Ordnungsamt-Online“ werden direkt an die Berliner Stadtreinigung (BSR) weitergeleitet. Doch die kommt mit der Beseitigung illegaler Ablagerungen kaum noch hinterher.
Die BSR verweist auf anhaltende Winterdiensteinsätze: „Unsere Teams sind seit Anfang des Jahres im Winterdienst im Dauereinsatz. Die örtliche Regionalstelle wird sich um die angesprochenen illegalen Ablagerungen kümmern, sobald es die Witterung zulässt und keine Winterdiensteinsätze mehr erforderlich sind.“
Neuer Müll trotz vorübergehender Beseitigung
Inzwischen sind die Absperrungen zwar entfernt worden, doch das Grundproblem bleibt ungelöst. Schon liegt neuer Müll am Straßenrand und blockiert erneut Geh- und Radweg. Die Transvaalstraße hat sich zu einer regelrechten „Straße des Drecks“ entwickelt, an der sich Abfall kontinuierlich ansammelt.
Der Bezirk betont, dass er „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln im Rahmen der Zuständigkeiten an der Verbesserung der Situation im ganzen Bezirk“ arbeite. Die aufgestellten Baken des Straßen- und Grünflächenamtes sollen so lange stehen bleiben, bis die BSR die illegale Müllablagerung beseitigt.
Für Bürgerinnen und Bürger, die ebenfalls auf illegale Müllentsorgungen stoßen, bleibt nur der Weg über das Ordnungsamt. Das Internetportal „Ordnungsamt Online“ – auch als App verfügbar – bietet hierfür eine Meldeplattform. Doch solange die Zuständigkeiten unklar bleiben und die Kapazitäten begrenzt sind, wird das Müllproblem in Berlins Straßen wohl weiter bestehen bleiben.



