Gescheiterte Baupläne: Ehemalige Gärten werden zur größten Müllhalde Malchins
Ehemalige Gärten verkommen zur größten Müllhalde Malchins

Waschbecken, Baustoffe, Autoreifen – in der aufgegebenen Gartenanlage am südöstlichen Stadtrand von Malchin findet sich mittlerweile alles. Die ehemalige Kleingartenkolonie „Lehmberg“ ist zur größten Müllhalde der Stadt geworden. Vor über drei Jahren mussten die Pächter ihre Gärten verlassen, weil hier ein neues Wohngebiet entstehen sollte. Doch statt Eigenheimen oder Reihenhäusern türmen sich nun Abfallberge. Immer mehr Unrat kommt hinzu, sogar Asbestmaterial wurde bereits illegal abgeladen. Der Weg am alten Bahndamm lädt schon lange nicht mehr zum Spazierengehen ein.

Zäune und Überwachung als Abschreckung

Bürgermeister Axel Müller zeigt sich verärgert: „Es sind unsere Einwohner, die hier den Dreck hinschmeißen.“ Die Flächen gehören der Stadt und der Wohnungsgesellschaft Wogema, darunter befinden sich aber auch Privatgrundstücke. Eine Entsorgungsfirma hat die illegale Müllhalde begutachtet und ein Angebot vorgelegt: 80.000 Euro würde die Beräumung kosten. Diese Summe wollen sich Stadt und Wogema teilen. „Wir wollen jetzt endlich für Ordnung sorgen“, so Müller. „Die Frage ist aber, wie lange das hält.“ Vermutlich nicht lange, wenn die Müllfrevler nicht gestoppt werden.

Die Stadt plant, die Fläche mit Baufeldzäunen zu umgeben. Doch Zäune haben schon in der Vergangenheit wenig bewirkt, als die Gartenanlage noch komplett umfriedet war. Wer seinen Müll zwischen den abrissreifen Lauben abladen wollte, fand stets ein Schlupfloch. Deshalb will die Stadt nun einen Schritt weitergehen: „Wir werden hier vielleicht sogar eine Kameraüberwachung einrichten, um abschreckend zu wirken und das Müllablagern zu erschweren“, kündigt der Rathaus-Chef an.

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Mehrere Baupläne gescheitert

Am alten Bahndamm, über den vor genau 30 Jahren der letzte Personenzug nach Waren fuhr, sind in jüngster Vergangenheit gleich mehrere Bauprojekte geplatzt. Eine Schweizer Firma wollte 40 Fertigteilhäuser aus Glas und Holz errichten, ohne Beton und Dachziegel. Ein anderer Investor sprach von etwa 50 Eigenheimen. Zuletzt war die Rede von Zwei- und Dreigeschossern oder Reihenhäusern als Mietwohnungen. Ob diese Pläne gelingen, ist fraglich.

Bürgermeister Müller bietet nun an, dass auf der Obstwiese gegenüber der Müllhalde Interessenten einzelne Eigenheime oder Mehrfamilienhäuser errichten könnten. Dafür hätten die Pachtverträge am Lehmberg aber nicht gekündigt werden müssen. „Wären die Gärten lieber erhalten geblieben, dann hätten wir jetzt nicht diesen ganzen Schlammassel“, meint einer der ehemaligen Gartenfreunde. Sogar ein früherer Bürgermeister von Malchin habe hier eine Parzelle bewirtschaftet.

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